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Grundlagen
Dexibuprofen ist das (S)-Enantiomer (linksdrehend) des racemischen Schmerzmittels Ibuprofen. Dexibuprofen weist, im Gegensatz zu Ibuprofen, die doppelte Wirksamkeit auf. Das bedeutet, dass die halbe Dosis Dexibuprofen gleich stark wirkt. Dexibuprofen ist ein Medikament aus der Klasse der nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR), das zur Behandlung von Schmerzen, Fieber und Entzündungen eingesetzt wird. Dazu gehören schmerzhafte Menstruationsblutungen, Migräne und rheumatoide Arthritis. Es kann oral in Form von Tabletten oder Kapseln oder intravenös verabreicht werden. In den meisten Zubereitungen ist der Arzneistoff ohne Rezept als "over-the-counter"-Produkt erhältlich.
Pharmakologie
Pharmakokinetik
NSAIDs wie Dexibuprofen wirken durch Hemmung der Cyclooxygenase (COX)-Enzyme, die Arachidonsäure in Prostaglandine umwandeln. Diese fungieren als die Mediatoren von Schmerzen, Entzündungen und Fieber. Auch die Bildung von Thromboxan A2 (das die Thrombozytenaggregation stimuliert, was zur Bildung von Blutgerinnseln führt) wird gehemmt. Dexibuprofen ist ein nicht-selektiver COX-Inhibitor, da es beide Isoformen der Cyclooxygenase, COX-1 und COX-2, hemmt. Die schmerzstillende, fiebersenkende und entzündungshemmende Wirkung von NSARs scheint hauptsächlich durch die Hemmung von COX-2 zu wirken. Die Hemmung von COX-1 ist stattdessen für die unerwünschte Wirkungen auf den Gastrointestinaltrakt verantwortlich.
Pharmakokinetik
Die Pharmakokinetik ähnelt sehr stark der von Ibuprofen. Nach oraler Verabreichung wird die maximale Serumkonzentration nach 2.25-5 Stunden erreicht. Bis zu 99% des Medikaments sind an Plasmaproteine gebunden. Der größte Teil des Arzneistoffes wird in der Leber verstoffwechselt und innerhalb von 24 Stunden über den Urin ausgeschieden; 1% der gegebenen Dosis werden über den Stuhl ausgeschieden.
Wechselwirkungen
Alkoholkonsum während der Einnahme von Dexibuprofen kann das Risiko von Magenblutungen erhöhen.
Dexibuprofen kann eventuell die thrombozytenaggregationshemmende Wirkung von niedrig dosiertem Aspirin (Acetylsalicylsäure) beeinträchtigen, wodurch Aspirin möglicherweise weniger wirksam wird, wenn es zur Kardioprotektion und Schlaganfallprävention eingesetzt wird.
Toxizität
Nebenwirkungen
Zu den unerwünschten Wirkungen gehören:
- Übelkeit
- Dyspepsie
- Durchfall
- Verstopfung
- gastrointestinale Ulzerationen/Blutungen
- Kopfschmerzen
- Schwindel
- Ausschlag
- Salz- und Flüssigkeitsretention
- Bluthochdruck
Toxikologische Daten
LD50 (Ratte,oral): 636 mg·kg−1

Autor
Markus Falkenstätter, BSc
Student der Pharmazie
Markus Falkenstätter ist Autor zu pharmazeutischen Themen in der Medizin-Redaktion von Medikamio. Er befindet sich im letzten Semester seines Pharmaziestudiums an der Universität Wien und liebt das wissenschaftliche Arbeiten im Bereich der Naturwissenschaften.

Lektor
Mag. pharm. Stefanie Brandauer
Pharmazeutin
Stefanie Brandauer ist seit 2020 freie Autorin bei Medikamio und studierte Pharmazie an der Universität Wien. Sie arbeitet als Apothekerin in Wien und ihre Leidenschaft sind pflanzliche Arzneimittel und deren Wirkung.
Redaktionelle Grundsätze
Alle für den Inhalt herangezogenen Informationen stammen von geprüften Quellen (anerkannte Institutionen, Fachleute, Studien renommierter Universitäten). Dabei legen wir großen Wert auf die Qualifikation der Autoren und den wissenschaftlichen Hintergrund der Informationen. Somit stellen wir sicher, dass unsere Recherchen auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basieren.