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Wirkstoffe

Clomifen

Autor: Markus Falkenstätter, BScFachlich geprüft von Mag. pharm. Stefanie Brandauer (Pharmazeutin)
Inhalt
  1. Grundlagen
  2. Pharmakologie
  3. Toxizität

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Grundlagen

Clomifen ist ein Antiöstrogen und Ovulationsauslöser und gehört zur Gruppe der selektiven Estrogenrezeptormodulatoren. Es wird zur Auslösung des Eisprungs zur Verbesserung der Fruchtbarkeit bei Frauen mit Kinderwunsch sowie bei einigen Formen der ausbleibenden Monatsblutung eingesetzt. Im Sport wird das Antiöstrogen eingesetzt, um die Nebenwirkungen eines missbräuchlichen Anabolikakonsums zu verringern.

Pharmakologie

Pharmakodynamik
Das Antiöstrogen blockiert die Bindung von Östrogen an Rezeptoren der Hypophyse. Daraufhin schüttet die Hirnanhangsdrüse vermehrt die Hormon FSH (Follikel-stimulierendes Hormon) und LH (luteinisierendes Hormon) aus. Diese lösen eine verstärkte Reifung der Eizellen sowie den Eisprung aus.

Pharmakokinetik
Clomifen ist ein Prodrug und wird in der Leber in die aktiven Metaboliten umgewandelt. Die Wirkung setzt fünf bis zehn Tage nach Beginn der Therapie ein. Die Halbwertszeit liegt bei etwa fünf Tagen, wobei die Ausscheidung größtenteils über den Stuhl geschieht. Auch sechs Wochen nach Beendigung der Therapie können noch Spuren des Antiöstrogens ausgeschieden werden.

Wechselwirkungen
Bislang sind keine Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten bekannt.

Toxizität

Nebenwirkungen
Die häufigste Nebenwirkung ist eine reversible Vergrößerung der Eierstöcke. Weiterhin können Sehstörungen, Kopfschmerzen, Lichtempfindlichkeit, Bauchschmerzen sowie verstärkte Blutungen aus der Gebärmutter auftreten. Selten kann es zu erhöhten Werten der Blutfette, Leberentzündung oder reversiblem Haarausfall kommen. Durch Auslösung eines mehrfachen Eisprungs ist die Rate an Zwillings- oder Drillingsschwangerschaften deutlich erhöht. Es wurde ein erhöhtes Risiko für schwarzen Hautkrebs und Schilddrüsenkarzinome unter Therapie mit Clomifen gezeigt. Einige Studien zeigten Hinweise auf vermehrte Fälle an Eierstockkrebs, was in nachfolgenden Studien jedoch nicht bestätigt werden konnte.

Toxikologische Daten
Im Mausversuch wurden die mittleren letalen Dosen von 390 mg/kg bei intraperitonealer sowie von 1700 mg/kg bei oraler Applikation ermittelt.

Markus Falkenstätter, BSc

Autor

Markus Falkenstätter, BSc

Student der Pharmazie

Markus Falkenstätter ist Autor zu pharmazeutischen Themen in der Medizin-Redaktion von Medikamio. Er befindet sich im letzten Semester seines Pharmaziestudiums an der Universität Wien und liebt das wissenschaftliche Arbeiten im Bereich der Naturwissenschaften.

Mag. pharm. Stefanie Brandauer

Lektor

Mag. pharm. Stefanie Brandauer

Pharmazeutin

Stefanie Brandauer ist seit 2020 freie Autorin bei Medikamio und studierte Pharmazie an der Universität Wien. Sie arbeitet als Apothekerin in Wien und ihre Leidenschaft sind pflanzliche Arzneimittel und deren Wirkung.


Redaktionelle Grundsätze

Alle für den Inhalt herangezogenen Informationen stammen von geprüften Quellen (anerkannte Institutionen, Fachleute, Studien renommierter Universitäten). Dabei legen wir großen Wert auf die Qualifikation der Autoren und den wissenschaftlichen Hintergrund der Informationen. Somit stellen wir sicher, dass unsere Recherchen auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basieren.