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Grundlagen
Chlorpromazin ist ein Antipsychotikum (früher Neuroleptikum) aus der Gruppe der Phenothiazin-Derivate. Es wurde in der Therapie verschiedener Psychosen, insbesondere der Schizophrenie und der Manie, eingesetzt. Aufgrund der ausgeprägten Nebenwirkungen wurde Chlorpromazin zugunsten neuerer und effektiverer Wirkstoffe wie Haloperidol, Quetiapin oder Aripiprazol weitgehend ersetzt.
Pharmakologie
Pharmakodynamik
Das Neuroleptikum ist ein Antagonist an D1- und D2-Dopaminrezeptoren. Darüber hinaus blockiert es Neurotransmitter-Rezeptoren für Serotonin und Histamin sowie adrenerge und muskarinerge Rezeptoren. Dementsprechend besitzt Chlorpromazin ein breites Wirkungsspektrum, es übt eine antipsychotische, sedierende, antiemetische, anticholinerge, antihistaminerge sowie antiadrenerge Wirkung aus.
Pharmakokinetik
Die Bioverfügbarkeit schwankt stark zwischen 10 und 80 %. Nach oraler Aufnahme wird die maximale Plasmakonzentration nach einer bis vier Stunden erreicht. Verstoffwechselt wird Chlorpromazin in der Leber über CYP2D6 und CYP1A2 in zehn verschiedene Metaboliten. Ausgeschieden wird das Antipsychotikum hauptsächlich über die Nieren, die Halbwertszeit liegt bei etwa 30 Stunden. Aufgrund seiner hohen Lipophilie kann es für bis zu 18 Monate nach Beendigung der Einnahme noch im Urin nachgewiesen werden.
Wechselwirkungen
Eine parallele Anwendung von zentral dämpfenden Medikamenten wie Benzodiazepinen, Tramadol oder Antidepressiva kann zu einer verstärkten Sedierung führen. Eine Kombination mit Makroliden, Fluorchinolonen und anderen Arzneimitteln, welche die QT-Zeit verlängern können, sollte aufgrund des Risikos von Herzrhythmusstörungen vermieden werden. Chlorpromazin kann die Krampfschwelle senken und die Plasmaspiegel von Antiepileptika verringern, weshalb eine Dosiserhöhung nötig sein kann.
Toxizität
Nebenwirkungen
Das Antipsychotikum führt zu einer Senkung des Blutdrucks und zu einer Sedation. Weitere Nebenwirkungen sind Thrombosen, Photosensibilität, Leukopenie und starke anticholinerge Effekte. Außerdem kam Chlorpromazin allergische Hautreaktionen, Leberfunktionsstörungen und selten eine möglicherweise tödliche cholestatische Hepatose auslösen. Sehr selten kann eine Agranulozytose auftreten.
Toxikologische Daten
Nach oraler Aufnahme lag die mittlere letale Dosis bei 142 mg/kg bei Ratten.

Autor
Markus Falkenstätter, BSc
Student der Pharmazie
Markus Falkenstätter ist Autor zu pharmazeutischen Themen in der Medizin-Redaktion von Medikamio. Er befindet sich im letzten Semester seines Pharmaziestudiums an der Universität Wien und liebt das wissenschaftliche Arbeiten im Bereich der Naturwissenschaften.

Lektor
Mag. pharm. Stefanie Brandauer
Pharmazeutin
Stefanie Brandauer ist seit 2020 freie Autorin bei Medikamio und studierte Pharmazie an der Universität Wien. Sie arbeitet als Apothekerin in Wien und ihre Leidenschaft sind pflanzliche Arzneimittel und deren Wirkung.
Redaktionelle Grundsätze
Alle für den Inhalt herangezogenen Informationen stammen von geprüften Quellen (anerkannte Institutionen, Fachleute, Studien renommierter Universitäten). Dabei legen wir großen Wert auf die Qualifikation der Autoren und den wissenschaftlichen Hintergrund der Informationen. Somit stellen wir sicher, dass unsere Recherchen auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basieren.