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Wirkstoffe

Acetylcystein

Autor: Markus Falkenstätter, BScFachlich geprüft von Mag. pharm. Stefanie Brandauer (Pharmazeutin)
Inhalt
  1. Grundlagen
  2. Pharmakologie
  3. Toxizität

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Grundlagen

Acetylcystein ist eine synthetisch hergestellte Abwandlung (Derivat) der natürlich vorkommenden Aminosäure Cystein. Acetylcystein wird als Schleimlöser bei Atemwegserkrankungen (Expectorans) und als Antidot bei Paracetamolintoxikation eingesetzt. Die Wirkung als schleimlösendes Mittel ist nicht gänzlich belegt. Die Verabreichung erfolgt peroral, inhalativ oder parenteral. Acetylcystein ist in den meisten Darreichungsformen nicht verschreibungspflichtig.

Pharmakologie

Pharmakodynamik

Die schleimlösende Wirkung beruht augenscheinlich auf der Spaltung von Disulfidbrücken, die in den Mucopolysacchariden (Bestandteil des Schleims) vorkommen. Dadurch wird der Schleim dünnflüssiger und lässt sich besser abhusten. Die Wirkung als Paracetamolantidot kommt durch die Metabolisierung von Acetylcystein zu Cystein zustande. Cystein wird für die Bildung von Glutathion benötigt, welches Maßgeblich am Abbau von Paracetamol in untoxische Metaboliten beteiligt ist. 

Pharmakokinetik 

Die Bioverfügbarkeit von Acetylcystein beträgt lediglich 5-10%. Grund dafür ist die rasche Metabolisierung zu Cystein in der Leber. Die Plasmaproteinbindung beträgt rund 83%. Das entstandene Cystein wird in den natürlichen Aminosäurenmetabolismus des Körpers aufgenommen und so verstoffwechselt. Die Halbwertszeit beträgt ca. 5-6 Stunden.

Wechselwirkungen

Acetylcystein sollte nicht gemeinsam mit Hustenstillern eingenommen werden, da dadurch das Abhusten gehemmt wird. Acetylcystein inaktiviert manche Antibiotika (Penicilline, Aminoglycoside, Tetracyclin). Die Einnahmen sollten daher 2 Stunden voneinander getrennt erfolgen. Acetylcystein kann die Wirkung von Glyceroltrinitrat verstärken, was unter Umständen zu lebensbedrohlichen Nebenwirkungen führen kann.

Toxizität

Nebenwirkungen

Nebenwirkungen bei der Anwendung von Acetycystein treten nur gelegentlich bis selten auf. 

Dazu gehören: 

  • Kopfschmerzen
  • Magen-Darm-Beschwerden
  • Ausschläge
  • Juckreiz
  • Atembeschwerden
  • Hypotonie und Schock

Toxikologische Daten

LD50 (Ratte, oral): 5050 mg·kg−1

Markus Falkenstätter, BSc

Autor

Markus Falkenstätter, BSc

Student der Pharmazie

Markus Falkenstätter ist Autor zu pharmazeutischen Themen in der Medizin-Redaktion von Medikamio. Er befindet sich im letzten Semester seines Pharmaziestudiums an der Universität Wien und liebt das wissenschaftliche Arbeiten im Bereich der Naturwissenschaften.

Mag. pharm. Stefanie Brandauer

Lektor

Mag. pharm. Stefanie Brandauer

Pharmazeutin

Stefanie Brandauer ist seit 2020 freie Autorin bei Medikamio und studierte Pharmazie an der Universität Wien. Sie arbeitet als Apothekerin in Wien und ihre Leidenschaft sind pflanzliche Arzneimittel und deren Wirkung.


Redaktionelle Grundsätze

Alle für den Inhalt herangezogenen Informationen stammen von geprüften Quellen (anerkannte Institutionen, Fachleute, Studien renommierter Universitäten). Dabei legen wir großen Wert auf die Qualifikation der Autoren und den wissenschaftlichen Hintergrund der Informationen. Somit stellen wir sicher, dass unsere Recherchen auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basieren.