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Iloprost ist ein Wirkstoff zur Behandlung der Thrombangiitis obliterans und der pulmonalen Hypertonie. Es gehört zur Gruppe der Prostazyklin-Analoga.
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Grundlagen
Iloprost ist ein Wirkstoff zur Behandlung der Thrombangiitis obliterans und der pulmonalen Hypertonie. Es gehört zur Gruppe der Prostazyklin-Analoga und wirkt erweiternd auf die Gefäße, sowie aggregationshemmend auf die Thrombozyten. Iloprost ist als Infusionslösungskonzentrat und als Lösung zum Vernebeln erhältlich. In Medikamenten liegt es meist als Iloprosttrometamol vor und ist kaum wasserlöslich.

Wirkung
Iloprost wirkt, indem es die Gefäße erweitert. Als Analogon von Prostazyklin imitiert es dessen Wirkung. Der exakte Mechanismus ist noch nicht geklärt, aber es wird vermutet, dass Iloprost den Katecholamin-Ausstrom aus Nervenendigungen hemmt. Es erhöht die Kapillardichte, was zu einer verringerten Permeabilität führt. Zusätzlich hat der Wirkstoff entzündungshemmende Eigenschaften.
Iloprost wird in der Leber metabolisiert und über die Nieren ausgeschieden. Die Halbwertszeit von Iloprost, also die Zeit, die der Körper benötigt, um die Hälfte des Wirkstoffes auszuscheiden, beträgt etwa 20-30 Minuten.
Dosierung
Nehmen Sie Iloprost immer genau wie in der Packungsbeilage beschrieben bzw. genau nach Absprache mit Ihrem Arzt ein.
Erwachsene:
Eine übliche empfohlene Dosis kann bei Iloprost nicht pauschaliert werden, da die Dosierung je nach Gewicht und Grunderkrankung variiert.
Nebenwirkungen
Es kann zu folgenden Nebenwirkungen kommen:
Sehr häufig:
- Kopfschmerzen
- Flushing
- Übelkeit
- Erbrechen
- übermäßiges Schwitzen
Häufig:
- verminderter Appetit
- Apathie
- Verwirrtheit
- Schwindel
- Missempfindungen (Parästhesien und Hyperästhesien)
- Brennen
- Unruhe
- Erregung
- Sedierung
- Benommenheit
- schneller Herzschlag
- langsamer Herzschlag
- Herzenge
- erhöhter Blutdruck
- erniedrigter Blutdruck
- Atembeschwerden
- Durchfall
- Bauchschmerzen
- Kieferschmerzen
- Krampf der Kaumuskulatur (Trismus)
- Muskelschmerzen
- Gelenkschmerzen
- Fieber
- Wärmegefühl
- Unwohlsein
- Schüttelfrost
- Müdigkeit
- Durstgefühl
- Reaktionen an der Einstichstelle
Gelegentlich:
- Verminderte Thrombozytenzahl
- Überempfindlichkeit
- Ängstlichkeit
- Depression
- Halluzinationen
- Krämpfe
- Ohnmachtsanfälle
- Zittern
- Migräne
- verschwommenes Sehen
- Augenschmerzen und Augenirritationen
- Herzinfarkt
- Herzversagen
- Herzrhythmusstörungen
- zerebrovaskuläre Störungen
- Schlaganfall
- Lungenembolie
- Venenthrombose
- Asthma bronchiale
- Lungenödem
- blutiger Durchfall
- Rektalblutungen
- Dyspepsie
- Stuhlzwang
- Verstopfung
- Aufstoßen
- Schluckstörungen
- trockener Mund
- Geschmacksstörungen
- Gelbsucht
- Juckreiz
- Muskelkrämpfe
- Nierenschmerzen
- schmerzhafter Harndrang
- Urinanomalie
- schmerzhafte Blasenentleerungsstörung
- Erkrankung des Harntrakts
Selten:
- Störungen des Vestibulums
- Husten
- Entzündung der Rektumschleimhaut
Wechselwirkungen
Bei gleichzeitiger Einnahme von folgenden Arzneimitteln können Wechselwirkungen auftreten:
- Blutdrucksenkende Medikamente
- Medikamente zur Blutgerinnung
- Medikamente aus der Gruppe der Glukokorticoide
Gegenanzeigen
Iloprost darf in folgenden Fällen NICHT eingenommen werden:
- bei Blutungen
- bei schweren koronaren Herzerkrankungen
- bei instabiler Angina pectoris (Herzenge)
- bei einem Herzinfarkt innerhalb der letzten 6 Monate
- bei akuter oder chronischer Herzinsuffizienz
- bei schweren Herzrhythmusstörungen
- bei Verdacht auf Lungenstauung
- bei Allergie gegen Iloprost
Altersbeschränkung
Iloprost sollte unter 18 Jahren NICHT angewendet werden, da Untersuchungen zur Sicherheit und Wirksamkeit fehlen.
Schwangerschaft & Stillzeit
In der Schwangerschaft sollte Iloprost NICHT angewendet werden, da in Tierversuchen bei Ratten schädigende Wirkungen beobachtet wurden.
In der Stillzeit sollte Iloprost NICHT angewendet werden, da in Tierversuchen bei Ratten ein Übertreten des Wirkstoffs in die Muttermilch beobachtet wurde.
Geschichte zum Wirkstoff
Die Prostaglandine verdanken ihren Namen ihren Entdeckern, Goldblatt und Ulf, welche die Prostaglandine erstmals 1933 als Bestandteile von Sperma beschrieben. Sie vermuteten, dass die gefäßverändernden Eigenschaften von der Prostata stammen. Diese Behauptung stellte sich später als falsch heraus. Erstmals isoliert wurden die Prostaglandine 1962 von Sune Bergström und Bengt Samuelsson.

Autor
Thomas Hofko
Student der Pharmazie
Thomas Hofko befindet sich im letzten Drittel seines Bachelorstudiums der Pharmazie und ist Autor und Lektor für pharmazeutische Themen. Er interessiert sich besonders für die Bereiche Klinische Pharmazie und Phytopharmazie.
Redaktionelle Grundsätze
Alle für den Inhalt herangezogenen Informationen stammen von geprüften Quellen (anerkannte Institutionen, Fachleute, Studien renommierter Universitäten). Dabei legen wir großen Wert auf die Qualifikation der Autoren und den wissenschaftlichen Hintergrund der Informationen. Somit stellen wir sicher, dass unsere Recherchen auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basieren.