- verminderte Erektionsfähigkeit
- unzufriedenstellende Sexualität
- Einschränkungen beim Geschlechtsverkehr
- Stress und Angst beim Geschlechtsverkehr
- vermindertes Selbstwertgefühl
- Störung der Fertilität
- Urogenitalerkrankung
- genetische Veranlagung
- STAGE-Technik (operativer Eingriff)
- Nesbit-Technik (operativer Eingriff)
Anzeige
Grundlagen
Die angeborene Penisverkrümmung, auch kongenitale Penisdeviation genannt, beschreibt eine Deformation des Penis. Der medizinische Begriff setzt sich dabei aus den Wörtern „kongenital” (angeboren) und „Penisdeviation” (Penisabweichung) zusammen. Der Penis ist dabei entweder nach unten, nach oben, nach links oder nach rechts abnorm gekrümmt. Die Verkrümmung unterscheidet sich individuell und schwankt von leicht bis sehr stark. Die angeborene Penisverkrümmung betrifft etwa 0,2 - 1 % der gesamten männlichen Bevölkerung und stellt somit ein relativ häufiges medizinisches Leiden dar. Im Gegensatz zur erworbenen Penisverkrümmung (Induratio penis plastica) besteht die angeborene Penisverkrümmung seit der Geburt. Die Induration penis plastica entwickelt sich demgegenüber im Laufe des Erwachsenenlebens.
Meist wird die Verkrümmung erst in der Pubertät bemerkt, wenn Jugendliche ein vermehrtes Interesse an Sexualität entwickeln. Am erigierten Penis wird schließlich sichtbar, dass eine Abweichung von der Mittelachse besteht. Bei manchen Betroffenen ist der Penis im Zuge der Penisverkrümmung sogar rotiert.

Dr. med. Franklin Kühhas im Interview zu angeborener Penisverkrümmung

Ursachen
Die Ursachen der angeborenen Penisverkrümmung sind zurzeit nicht vollständig geklärt. Man vermutet, dass verschiedenste genetische Prädispositionen in Kombination mit Umweltfaktoren zu einer fehlerhaften Entwicklung des Penis im embryonalen Stadium führen. Beispielsweise kann eine zu kurze Harnröhre oder auch die Bildung von Narbengewebe im Penis, zu einer asymmetrischen Bildung der Penisschwellkörper während der Embryonalentwicklung führen.
Symptome
Die größten Probleme, die bei einer angeborenen Penisverkrümmung auftreten, lassen sich in zwei Subgruppen einteilen:
Funktionelle Problematik: Umso krummer der Penis, umso schwieriger ist die Penetration beim Geschlechtsverkehr.
Psychosexuelle Problematik: Schlechte Erfahrungen beim Geschlechtsverkehr führen bei jungen Männern zur Vermeidung von Intimität und möglicherweise auch von Beziehungen.
Symptome, die im Zuge der Erkrankung häufig auftreten:
Probleme beim Geschlechtsverkehr
Schmerzen während des Geschlechtsverkehrs
Ein vermindertes Selbstwertgefühl
Erektionsprobleme
Störung der Fertilität
Angst und Stress in Beziehungen
Psychosexulle Problematik der angeborenen Penisdeviation:
Psychische Symptome, die im Zuge der angeborenen Penisverkrümmung auftreten können, sind etwa Angst, Mangel an Selbstvertrauen und Stress. In der Pubertät geht es bei Betroffenen auch darum, die Persönlichkeitsentwicklung zu unterstützen und eine gesunde sexuelle Entwicklung zu ermöglichen. Die Penisdeviation kann dabei unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Manchmal ist aufgrund der Verkrümmung für Betroffene kein Geschlechtsverkehr mehr möglich oder der Geschlechtsverkehr verursacht starke Schmerzen beim Partner (Dyspareunie).

Die Diagnose erfolgt bei einem spezialisierten Genitalchirurgen. Hier wird in einem ausführlichen und einfühlsamen Gespräch auf die Problematik eingegangen. Bei der darauf folgenden Untersuchung wird eine künstliche Erektion – mittels einer Injektion in den Schwellkörper – herbeigeführt, wobei der Chirurg die Verkrümmung des Penis untersuchen kann. Zusätzlich kann eine sonographische Untersuchung des Penis vor einem operativen Eingriff sinnvoll sein.
Therapie
Derzeit gibt es keine hilfreiche, konservative Therapiemethode. Die angeborene Penisverkrümmung kann jedoch mithilfe der STAGE-Technik (Superfizielle Tunica Albuginea Geometrisch-basierte Exzisions Technik) oder auch der Nesbit-Technik operiert werden.

STAGE-Technik
Bei der STAGE-Technik wird in einem ersten Schritt der maximale Punkt der Penisverkrümmung bestimmt. Hier kann mittels einer kleinen Intervention, eine maximale Begradigung der Deviation erreicht werden. Die Schwellkörperhaut wird bei dieser Operationstechnik nicht perforiert. Somit bleibt der Erektionsmechanismus des Penis unangetastet. Aus der äußeren Schicht der Schwellkörperhaut werden, bis zur vollständigen Begradigung des Penis, kleine Ellipsen (etwa 3 x 1 mm) ausgeschnitten und mit resorbierbarem Nahtmaterial versorgt. Nachdem der Penis vollständig begradigt wurde, erfolgt die Reposition aller Gewebeschichten und der Haut.
Nesbit-Technik
Bei einer operativen Korrektur der Penisverkrümmung mittels Nesbit-Technik wird die konvexe (längere) Seite der Verkrümmung gekürzt, bis sie der konkaven (kürzeren) Seite des Penis entspricht. Hierbei entsteht jedoch oftmals ein Verlust von Penislänge.
Prognose
Bei einer operativen Therapie der Penisverkrümmung können Begradigungsraten von bis zu 99 % erreicht werden. Derzeit stehen keine konservativen Behandlungsmöglichkeiten für die angeborene Penisverkrümmung zur Verfügung.

Autor
Dr. med. univ. Moritz Wieser
Arzt
Moritz Wieser hat das Studium der Humanmedizin in Wien absolviert und studiert derzeit Zahnmedizin. Er verfasst vorrangig Artikel zu den häufigsten Krankheiten. Besonders interessiert er sich für die Themenbereiche Augenheilkunde, Innere Medizin und Zahnmedizin.

Lektor
Thomas Hofko
Student der Pharmazie
Thomas Hofko befindet sich im letzten Drittel seines Bachelorstudiums der Pharmazie und ist Autor und Lektor für pharmazeutische Themen. Er interessiert sich besonders für die Bereiche Klinische Pharmazie und Phytopharmazie.
Redaktionelle Grundsätze
Alle für den Inhalt herangezogenen Informationen stammen von geprüften Quellen (anerkannte Institutionen, Fachleute, Studien renommierter Universitäten). Dabei legen wir großen Wert auf die Qualifikation der Autoren und den wissenschaftlichen Hintergrund der Informationen. Somit stellen wir sicher, dass unsere Recherchen auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basieren.