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Grundlagen
Sildenafil gehört zur Gruppe der Phosphodiesterase-5-Hemmer. Es wirkt gefäßerweiternd und wird zur Behandlung der erektilen Dysfunktion (Erektionsstörung) angewandt. Das Ursprünglich als Mittel gegen Angina pectoris entwickelte Arzneimittel wird zusätzlich für die Behandlung der pulmonalen arteriellen Hypertonie eingesetzt. Präparate mit Sildenafil werden üblicherweise als Tablette verabreicht und sind in Deutschland, Österreich und der Schweiz verschreibungspflichtig.
Pharmakologie
Pharmakodynamik
Sildenafil ist ein Hemmer des Enzyms Phosphodiesterase-5. Phosphodiesterase bewirkt einen Abbau des Botenstoffes cGMP. Dieser Stoff bewirkt eine Erschlaffung der Muskulatur an den Schwellkörpern des Penis und begünstigt das Einströmen von Blut. Wird PDE-5 also gehemmt, sinkt die Abbaurate von cGMP (Spiegel von cGMP bleibt erhöht) und die Erektion kann besser aufrechterhalten werden.
Pharmakokinetik
Sildenafil wird sehr schnell aus dem Magen-Darm-Trakt resorbiert und erreicht seine maximale Blutkonzentration 30-60 Minuten nach der Einnahme. Sildenafil liegt zu rund 96% an Proteine gebunden vor und besitzt eine Halbwertszeit von ungefähr 3-5 Stunden. Sildenafil wird in den Zellen der Leber durch die Enzyme der CYP450 Familie abgebaut. Danach wird es zum Großteil über den Stuhl ausgeschieden.
Wechselwirkungen
Es kann zu Wechselwirkungen mit Arzneistoffen kommen, die ebenfalls durch das CYP450 Enzymsystem metabolisiert werden. Dazu gehören Ketoconazol, Itraconazol, Sequinavir, Erythromycin und Cimetidin. Der starke CYP3A4 Hemmer Ritonavir kann zu überhöhten Plasmaspiegeln von Sildenafil führen. Bei gleichzeitiger Einnahme sind lebensbedrohliche Nebenwirkungen die mögliche Folge.
Toxizität
Nebenwirkungen
Mögliche Nebenwirkungen sind Gesichtsröte (Flush), Schwindel, Kopfschmerzen, Dyspepsie, verstopfte Nase und Sehstörungen. Im Falle einer Überdosierung kann es zu ähnlichen Nebenwirkungen kommen, die aber meist schwerer verlaufen.
Es gibt keine Hinweise darauf, dass Sildenafil kanzerogen oder genotoxisch ist. Schwangeren und stillenden Müttern sollte (zur Behandlung der pulmonalen arteriellen Hypertonie) Sildenafil nur im äußersten Notfall verabreicht werden.

Autor
Markus Falkenstätter, BSc
Student der Pharmazie
Markus Falkenstätter ist Autor zu pharmazeutischen Themen in der Medizin-Redaktion von Medikamio. Er befindet sich im letzten Semester seines Pharmaziestudiums an der Universität Wien und liebt das wissenschaftliche Arbeiten im Bereich der Naturwissenschaften.

Lektor
Mag. pharm. Stefanie Brandauer
Pharmazeutin
Stefanie Brandauer ist seit 2020 freie Autorin bei Medikamio und studierte Pharmazie an der Universität Wien. Sie arbeitet als Apothekerin in Wien und ihre Leidenschaft sind pflanzliche Arzneimittel und deren Wirkung.
Redaktionelle Grundsätze
Alle für den Inhalt herangezogenen Informationen stammen von geprüften Quellen (anerkannte Institutionen, Fachleute, Studien renommierter Universitäten). Dabei legen wir großen Wert auf die Qualifikation der Autoren und den wissenschaftlichen Hintergrund der Informationen. Somit stellen wir sicher, dass unsere Recherchen auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basieren.
