Inhalt
Piroxicam ist ein Wirkstoff zur Behandlung von Schmerzen und Entzündungen. Er gehört zur Gruppe der NSAR - nichtsteroidalen Antirheumatika.
Anzeige
Grundlagen
Piroxicam ist ein Wirkstoff zur Behandlung von Schmerzen und Entzündungen. Er gehört zur prominenten Gruppe der NSAR - nichtsteroidalen Antirheumatika, zu der auch Ibuprofen oder Aspirin gehören. Piroxicam gehört zur Gruppe der Oxicame. Piroxicam hat schmerzlindernde, fiebersenkende und antientzündliche Wirkungen und wird für leichte bis mittelschwere Schmerzzustände, wie zum Beispiel menstruationsbedingte Schmerzen oder Zahnschmerzen eingesetzt. Piroxicam hemmt die Cyclooxygenase 1 (COX-1) und hat keine narkotisierende Wirkung. Es liegt als weißes kristallines Pulver vor und ist unlöslich in Wasser.

Wirkung
Piroxicam wirkt, indem es das Enzym Cyclooxygenase, kurz COX, hemmt. Man spricht hierbei auch gerne von COX-Hemmern. Durch die Bindung des Wirkstoffs an der Bindungsstelle kann das eigentliche Substrat, nämlich die Arachidonsäure, nicht an den Rezeptor binden. Die Hemmung der Cyclooxygenase führt zu einer Abnahme der Prostaglandin-Synthese. Die Prostaglandine wiederum sind in Entzündungsreaktionen involviert. Es gibt mehrere Cyclooxygenase-Enzyme (COX1&2).
Piroxicam wird in der Leber umgewandelt. Die Halbwertszeit, also die Zeit, die der Körper benötigt, um die Hälfte des Wirkstoffes auszuscheiden, liegt bei 50 Stunden.
Dosierung
Nehmen Sie Piroxicam immer genau wie in der Packungsbeilage beschrieben bzw. genau nach Absprache mit Ihrem Arzt ein.
Erwachsene:
Die übliche empfohlene Dosis beträgt 20 mg täglich.
Die Tageshöchstdosis liegt ebenfalls bei 20 mg.
Jugendliche (ab 15 Jahren):
Die übliche empfohlene Dosis beträgt 20 mg täglich.
Die Tageshöchstdosis liegt ebenfalls bei 20 mg.
Nebenwirkungen
Es kann zu folgenden Nebenwirkungen kommen:
Sehr häufig:
- Magen-Darm-Beschwerden
- Sodbrennen
- Bauchschmerzen
- Übelkeit
- Erbrechen
- Blähungen
- Durchfall
- Verstopfung
Häufig:
- Blutarmut
- Eosinophilie
- Leukopenie
- Thrombozytopenie
- Verminderung des Blutfarbstoffs und der zellulären Bestandteile
- Magen-Darm-Blutungen
- Appetitlosigkeit
- gesteigerter Appetit
- Gewichtszunahme
- hoher Blutzucker
- Kopfschmerzen
- (Dreh-)Schwindel
- Müdigkeit
- Schläfrigkeit
- Benommenheit
- Fieber
- Ohrgeräusche
- Aufstoßen
- Völlegefühl
- Verdauungsstörungen
- Magen-Darm-Geschwüre
- Entzündung der Mundschleimhaut
- Gastritis
- Dünn-/Dickdarmentzündung
- Gallestauung
- Hepatitis
- Hautausschlag
- Juckreiz
- Schwitzen
- Schwellungen
- erhöhter Blutharnstoff
- erhöhte Leberfunktionswerte
- erhöhte alkalische Phosphatase
Gelegentlich:
- Störungen der Blutbildung
- allergische Reaktionen
- erniedrigter Blutzucker
- Blutzuckerschwankungen
- Schlaflosigkeit
- Traumveränderungen
- Depression
- Stimmungsschwankungen
- Reizbarkeit
- Nervosität
- Halluzinationen
- Erregungs- und Verwirrungszustände
- Kribbeln
- Sehstörungen
- Schwellung und Reizung der Augen
- Hörstörungen
- Schwerhörigkeit
- Herzklopfen
- Herzjagen
- Bluthochdruck
- Blut im Stuhl
- Bluterbrechen
- Gelbsucht
- Lichtüberempfindlichkeit der Haut
- erhöhte Nierenwerte
- Nierenversagen
- Nierenentzündung
- Schmerzen beim Urinieren
- häufiger Harndrang
- Blut im Harn
- Gewichtsschwankungen
- Unwohlsein
- grippeartige Symptome
Selten:
- Verschlimmerung einer bestehenden Kollagenose
- entzündliche Gewebeschädigung
- Krampfanfälle
- Schock
- akute Herzschwäche
- Entzündung der Blutgefäße
- Haarausfall
- Nagelablösung
- Nagelwachstumsstörung
Sehr selten:
- Verstärkung einer infektionsbedingten Entzündung
- verstärkte und verlängerte Blutungen
- Herzinfarkt
- Mund- und Schleimhautblutungen
- Pankreatitis
- Speiseröhrenentzündung
- Unterbauchbeschwerden
- Leberversagen
- membranartige Verengungen in Dünn- und Dickdarm
- Stevens-Johnson-Syndrom
- toxische epidermale Nekrolyse
Häufigkeit unbekannt:
- spezielle Form der Blutarmut
- Störungen des Wasserhaushaltes
- aseptische Meningitis
- Verkrampfungen der Atemwege
- Atemnot
- Nasenbluten
- tödlich verlaufende Leberentzündung
- Angioödem
- DRESS-Syndrom
- vesikulo-bullöse Reaktionen
- Erythema multiforme
- fixes Arzneimittelexanthem
- Blasenbildung
- Nesselsucht
- Entzündungen der Nierenkörperchen
- verminderte Fruchtbarkeit bei Frauen
- Auftreten von abnormen Antikörpern im Blut
- Gewichtsabnahme
Wechselwirkungen
Bei gleichzeitiger Einnahme von folgenden Arzneimitteln können Wechselwirkungen auftreten:
- andere Nichtsteroidale Antirheumatika
- Acetylsalicylsäure
- Glukokortikoide
- Antikoagulanzien (Blutverdünner)
- Antithrombotika
- Thrombozytenaggregationshemmer
- SSRI’s (Medikamente zur Behandlung von Depressionen)
- Antihypertonika inkl. ACE-Hemmer, Angiotensin-II-Antagonisten, Betablocker und Diuretika (Medikamente zur Behandlung von Bluthochdruck)
- Kaliumsparende Diuretika (harntreibende Medikamente)
- Herzglykoside (Medikamente zur Behandlung von Herzschwäche)
- Orale Antidiabetika (Medikamente zur Behandlung von Diabetes mellitus Typ 2)
- Phenytoin
- Lithium
- Probenecid
- Sulfinpyrazon
- Methotrexat
- Cyclophosphamid
- Vincaalkaloide
- Ciclosporin
- Tacrolimus
- Cimetidin
- Colestyramin
- Arzneimittel mit hoher Proteinbindung
- Alkohol
Gegenanzeigen
Piroxicam darf in folgenden Fällen NICHT eingenommen werden:
- bei Allergie gegen Piroxicam, oder andere Oxicame
- bei Allergie gegen andere Medikamente aus der Gruppe der NSAR
- bei gastrointestinalen Ulzera
- bei Blutungen oder Perforationen im Magen-Darm-Bereich
- bei Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts, bei denen Blutungen auftreten können
- bei Störungen in der Blutbildung
- bei erhöhter Blutungsneigung
- bei Blutungen allgemein
- bei schwerer Herz-, Nieren- oder. Leberinsuffizienz
- bei Behandlung von Schmerzen nach einer Bypass-Operation
Altersbeschränkung
Patienten unter 15 Jahren und über 80 Jahren sollten Piroxicam NICHT anwenden.
Schwangerschaft & Stillzeit
Piroxicam sollte in der Schwangerschaft NICHT eingenommen werden, da es Herz- und Nierenprobleme beim Ungeborenen auslösen kann. Ab der 20. Schwangerschaftswoche kann es beim ungeborenen Baby zum Verschluss des Ductus ateriosus botalli kommen, was wiederum zu einer Nierenschädigung führen kann.
Piroxicam sollte in der Stillzeit NICHT eingenommen werden, da es in die Muttermilch übertritt und wegen der langen Halbwertszeit bedenklich ist.
Sowohl in der Schwangerschaft als auch in der Stillzeit können als Alternative Ibuprofen (1.&2. Schwangerschaftsdrittel und Stillzeit) und Paracetamol (ganze Schwangerschaft & Stillzeit) eingenommen werden.

Autor
Thomas Hofko
Student der Pharmazie
Thomas Hofko befindet sich im letzten Drittel seines Bachelorstudiums der Pharmazie und ist Autor und Lektor für pharmazeutische Themen. Er interessiert sich besonders für die Bereiche Klinische Pharmazie und Phytopharmazie.
Redaktionelle Grundsätze
Alle für den Inhalt herangezogenen Informationen stammen von geprüften Quellen (anerkannte Institutionen, Fachleute, Studien renommierter Universitäten). Dabei legen wir großen Wert auf die Qualifikation der Autoren und den wissenschaftlichen Hintergrund der Informationen. Somit stellen wir sicher, dass unsere Recherchen auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basieren.
