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Fluocinolonacetonid ist ein Wirkstoff, der zur Behandlung von Entzündungen und allergischen Reaktionen verwendet wird.
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Grundlagen
Fluocinolonacetonid ist ein Wirkstoff, der zur Behandlung von Entzündungen und allergischen Reaktionen verwendet wird. Er gehört zur Gruppe der Glukokortikoide und ist ein topischer Arzneistoff. Das heißt, dass Fluocinolonacetonid auf der Haut, bei entzündlichen und allergischen Hauterkrankungen angewendet wird. Es liegt als weißes Pulver vor, das unlöslich in Wasser ist. Der Wirkstoff ist als Creme, Salbe oder Zäpfchen erhältlich. Weitere Anwendungsgebiete sind die Verwendung als Shampoo-Zusatz, um Schuppen zu verhindern, der Gebrauch als Ohrentropfen bei ekzemischen Ohrenentzündungen, zur Therapie von Entzündungen der mittleren Augenhaut (Uveitis) und zur Senkung des Augendrucks.

Wirkung
Fluocinolonacetonid wirkt, indem es an die intrazellulären Glukokortikoid-Rezeptoren bindet. Durch die Bindung kommt es zu einem Zusammenziehen der Gefäße (Vasokonstriktion), zu einer verminderten Durchlässigkeit der Zellmembran (Membranpermeabilität), zu einer Abnahme der Zellteilungsrate, sowie zur herabgesetzten Immunantwort und einer damit einhergehenden Hemmung der Ausschüttung von Entzündungsmediatoren.
Fluocinolonacetonid wird, wenn es in kleinen Mengen in den Blutkreislauf übertritt, in der Leber über die CYP-Enzyme metabolisiert, hauptsächlich über CYP3A4. Da es sich um einen topischen Wirkstoff handelt, gelangt nur eine sehr geringe oder gar keine Menge in den Blutkreislauf. Die Halbwertszeit, also die Zeit, die der Körper benötigt, um die Hälfte des Wirkstoffes auszuscheiden, liegt bei 1,3-1,7 Stunden.
Dosierung
Nehmen Sie Fluocinolonacetonid immer genau wie in der Packungsbeilage beschrieben bzw. genau nach Absprache mit Ihrem Arzt ein.
Erwachsene:
Die übliche empfohlene Dosis beträgt 0,075-0,1 mg Fluocinolonacetonid alle 12 Stunden. Diese Dosierung sollte auf die betroffene Stelle aufgetragen werden. Die Behandlung sollte maximal 7 Tage dauern.
Kinder & Jugendliche:
Die übliche empfohlene Dosis beträgt 0,075-0,1 mg Fluocinolonacetonid alle 12 Stunden. Diese Dosierung sollte auf die betroffene Stelle aufgetragen werden. Die Behandlung sollte maximal 7 Tage dauern.
Nebenwirkungen
Es kann zu folgenden Nebenwirkungen kommen:
Häufig:
- Missempfinden im Ohr
- Ohrenschmerzen
- Juckreiz im Ohr
- Geschmacksstörungen
Gelegentlich:
- Ohrengeräusche (Tinnitus)
- Rückstände des Arzneimittels
- Verschluss des Paukenröhrchens
- Kribbeln im Ohr
- Stauung von Sekret
- verminderte Hörfähigkeit
- Hautausschlag
- Rötung
- Pilzinfektionen des Gehörgangs
- Ausfluss (Otorrhoe)
- Schwellung der Ohrmuschel
- Erkrankung des Trommelfells
- Wundheilungsgewebe (Granulationsgewebe)
- Mittelohrentzündung auf der Gegenseite
- Infektionen mit Hefepilzen (Candidiasis)
- Reizbarkeit
- Weinen
- Schwindel
- Rötung der Haut (Flush)
- Kopfschmerzen
- Erbrechen
- Müdigkeit
Häufigkeit unbekannt:
- verschwommenes Sehen
Wechselwirkungen
Bei gleichzeitiger Einnahme von folgenden Arzneimitteln können Wechselwirkungen auftreten:
- bei gleichzeitiger Einnahme von anderen am Ohr anzuwendenden Medikamenten
Gegenanzeigen
Fluocinolonacetonid darf in folgenden Fällen NICHT eingenommen werden:
- bei Allergie gegen Fluocinolonacetonid
- bei einer Infektion, die von Viren oder Pilzen verursacht wird
Altersbeschränkung
Fluocinolonacetonid kann ab 6 Monaten indikationsgerecht angewendet werden.
Schwangerschaft & Stillzeit
In der Schwangerschaft sollte Fluocinolonacetonid nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung durch einen Arzt angewendet werden, da im Tierversuch mit systemischer Einnahme in geringen Dosen von Kortikosteroiden eine giftige Wirkung für das ungeborene Baby festgestellt wurde. Derartig kontrollierte Studien zu Fluocinolonacetonid im Speziellen gibt es nicht.
In der Stillzeit sollte Fluocinolonacetonid nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung durch einen Arzt angewendet werden, da systemisch verabreichte Kortikosteroide in die Muttermilch übergehen und wachstumshemmend wirken können oder die Kortikosteroid-Produktion beeinflussen. Informationen, inwiefern dieser Sachverhalt auf topische Kortikosteroide zutrifft, liegen nicht vor.

Autor
Thomas Hofko
Student der Pharmazie
Thomas Hofko befindet sich im letzten Drittel seines Bachelorstudiums der Pharmazie und ist Autor und Lektor für pharmazeutische Themen. Er interessiert sich besonders für die Bereiche Klinische Pharmazie und Phytopharmazie.
Redaktionelle Grundsätze
Alle für den Inhalt herangezogenen Informationen stammen von geprüften Quellen (anerkannte Institutionen, Fachleute, Studien renommierter Universitäten). Dabei legen wir großen Wert auf die Qualifikation der Autoren und den wissenschaftlichen Hintergrund der Informationen. Somit stellen wir sicher, dass unsere Recherchen auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basieren.