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Grundlagen
Bisoprolol ist ein Vertreter der sogenannten Betablocker, welche am häufigsten bei Herzerkrankungen eingesetzt wird. Dazu gehören insbesondere Bluthochdruck, Schmerzen in der Brust aufgrund einer unzureichenden Durchblutung des Herzens und Herzinsuffizienz. Innerhalb der Familie der Betablocker hat es eine Sonderstellung, das es selektiv an den Beta1-Adrenorezeptor bindet und nicht an den Beta2-Subtyp. Es wird durch den Mund eingenommen. Bisoprolol befindet sich auf der Liste der unentbehrlichen Arnzeimittel der WHO. Der Arzneistoff ist rezeptpflichtig.
Pharmakologie
Pharmakodynamik
Bisoprolol wirkt kardioprotektiv, indem es selektiv und kompetitiv die Stimulation von β1-Adrenorezeptoren durch Katecholamine (Adrenalin) blockiert, die hauptsächlich in den Herzmuskelzellen und im Herzleitgewebe, aber auch in Zellen in der Niere vorkommen. Normalerweise wird durch die Stimulation des β1-Adrenorezeptors durch Adrenalin und Noradrenalin eine Signalkaskade aktiviert, die letztlich zu einer erhöhten Kontraktilität des Herzmuskels bzw. einer erhöhten Herzfrequenz führt. Bisoprolol blockiert kompetitiv die Aktivierung dieser Kaskade, so dass die adrenerge Stimulation der Herzmuskel- und Herzschrittmacherzellen vermindert wird. Ein verminderter adrenerger Tonus zeigt eine geringere Kontraktilität des Herzmuskels und eine verringerte Herzfrequenz der Schrittmacherzellen. Dadurch wird das stark beanspruchte Herz geschont und die Symptome des Patienten gelindert.
Pharmakokinetik
Bisoprolol hat sowohl lipid- als auch wasserlösliche Eigenschaften. Es hat nach der Einnahme eine hohe Bioverfügbarkeit (ca. 90 %) und liegt zu ca. 30% an Plasmaproteine gebunden vor. 50% der Dosis werden unveröndert über die Niere ausgeschieden. Die verbleibenden 50% werden in der Leber metabolisiert und danach ebenfalls über den Urin ausgeschieden. Bisoprolol hat eine ungefähre Halbwertszeit von 10-12 Stunden.
Toxizität
Nebenwirkungen
Häufige Nebenwirkungen sind Kopfschmerzen, Müdigkeit, Durchfall und Schwellungen in den Beinen.
Schwerere Nebenwirkungen sind die Verschlimmerung von Asthma, die Blockierung der Fähigkeit, niedrigen Blutzucker zu erkennen, und die Verschlimmerung der Herzinsuffizienz.
Es gibt Bedenken, dass die Einnahme während der Schwangerschaft schädlich für das Baby sein kann. Deshalb wird von einer Einnahme während der Schwangerschaft abgeraten.
Toxikologische Daten
LD50 (Maus, oral): 100 mg·kg−1

Autor
Markus Falkenstätter, BSc
Student der Pharmazie
Markus Falkenstätter ist Autor zu pharmazeutischen Themen in der Medizin-Redaktion von Medikamio. Er befindet sich im letzten Semester seines Pharmaziestudiums an der Universität Wien und liebt das wissenschaftliche Arbeiten im Bereich der Naturwissenschaften.

Lektor
Mag. pharm. Stefanie Brandauer
Pharmazeutin
Stefanie Brandauer ist seit 2020 freie Autorin bei Medikamio und studierte Pharmazie an der Universität Wien. Sie arbeitet als Apothekerin in Wien und ihre Leidenschaft sind pflanzliche Arzneimittel und deren Wirkung.
Redaktionelle Grundsätze
Alle für den Inhalt herangezogenen Informationen stammen von geprüften Quellen (anerkannte Institutionen, Fachleute, Studien renommierter Universitäten). Dabei legen wir großen Wert auf die Qualifikation der Autoren und den wissenschaftlichen Hintergrund der Informationen. Somit stellen wir sicher, dass unsere Recherchen auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basieren.
