Inhalt
Das Wichtigste in Kürze
Bezeichnung des Tierarzneimittels Xylapan 20 mg/ml Injektionslösung für Tiere Anwendungsgebiete Rind: Zur Sedierung. Muskelrelaxation und Analgesie bei kleinen Eingriffen. In Kombination mit anderen Substanzen zur Anästhesie. Pferd: Zur Sedierung und Muskelrelaxation. In Kombination mit anderen Substanzen zur Analgesie und Anästhesie.
- Zulassungsinhaber
- Vetoquinol Österreich GmbH
- Abgabestatus
- Abgabe durch eine (öffentliche) Apotheke
- ATC Code
- QN05CM92
Diese Zusammenfassung ersetzt nicht die Packungsbeilage und keine ärztliche Beratung.
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Gebrauchsinformation
Wofür wird Xylapan 20 mg/ml - Injektionslösung für Tiere angewendet?
Bezeichnung des Tierarzneimittels
Xylapan 20 mg/ml Injektionslösung für Tiere
Anwendungsgebiete
Rind:
Zur Sedierung.
Muskelrelaxation und Analgesie bei kleinen Eingriffen. In Kombination mit anderen Substanzen zur Anästhesie.
Pferd:
Zur Sedierung und Muskelrelaxation.
In Kombination mit anderen Substanzen zur Analgesie und Anästhesie.
Hund, Katze:
Zur Sedierung.
In Kombination mit anderen Substanzen zur Analgesie, Anästhesie und Muskelrelaxation.
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Was ist vor der Einnahme von Xylapan 20 mg/ml - Injektionslösung für Tiere zu beachten?
Gegenanzeigen
Nicht anwenden bei Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile.
Nicht anwenden bei Tieren mit gastrointestinalen Obstruktionen, da die muskelrelaxierenden Eigenschaften des Wirkstoffes die Auswirkungen der Obstruktion möglicherweise noch verstärken und wegen der Gefahr, Erbrechen auszulösen.
Nicht anwenden bei Tieren mit Lungenerkrankungen (Ateminsuffizienz) und Herzerkrankungen (insbesondere bei ventrikulärer Arrhythmie).
Nicht anwenden bei Tieren mit eingeschränkter Leber- und Nierenfunktion. Nicht anwenden bei Hypotension oder Schock.
Nicht bei Tieren anwenden, die an Krampfanfällen leiden.
Nicht anwenden bei Tieren, die an Diabetes mellitus erkrankt sind.
Nicht gleichzeitig mit sympathomimetischen Aminen (wie z.B. Epinephrin) verabreichen.
Nicht anwenden bei septikämischen Erkrankungen, da bei stark anämischen Zuständen die therapeutische Breite verringert ist.
Nicht anwenden bei Kälbern in einem Alter unter einer Woche, bei Fohlen in einem Alter unter zwei Wochen oder bei Katzen- und Hundewelpen in einem Alter unter sechs Wochen.
Nicht anwenden im letzten Drittel der Trächtigkeit (Gefahr einer vorzeitigen Geburt), außer während der Geburt selbst (siehe Abschnitt 6, Trächtigkeit und Laktation).
Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Entsorgung
Arzneimittel sollten nicht über das Abwasser oder den Haushaltsabfall entsorgt werden. Nutzen Sie Rücknahmesysteme für die Entsorgung nicht verwendeter Tierarzneimittel oder daraus entstandener Abfälle nach den örtlichen Vorschriften und die für das betreffende Tierarzneimittel geltenden nationalen Sammelsysteme. Diese Maßnahmen dienen dem Umweltschutz.
Fragen Sie Ihren Tierarzt oder Apotheker, wie nicht mehr benötigte Arzneimittel zu entsorgen sind.
Wie wird Xylapan 20 mg/ml - Injektionslösung für Tiere angewendet?
Dosierung für jede Tierart, Art und Dauer der Anwendung
Intravenöse (i.v.), intramuskuläre (i.m.) oder subkutane (s.c.) Anwendung.
Um eine korrekte Dosierung zu gewährleisten, sollte das Körpergewicht (KGW) so genau wie möglich ermittelt werden. Die intravenöse Injektion sollte langsam erfolgen, insbesondere bei Pferden.
Rind: intramuskuläre Anwendung
0,05 - 0,3 mg/kg Körpergewicht (KGW) intramuskulär (= 0,25 - 1,5 ml des Tierarzneimittels / 100 kg KGW), je nach Grad der erforderlichen Sedierung.
| Dosierung | Xylazin | Xylazin | Xylapan 20 mg/ml |
| mg/kg KGW | mg/100 kg KGW | ml/100 kg KGW | |
| 0,05 | 5,0 | 0,25 | |
| 0,10 | 10,0 | 0,5 | |
| 0,20 | 20,0 | 1,0 | |
| 0,30 | 30,0 | 1,5 |
Dosierung 1: Sedierung mit geringgradiger Reduktion des Muskeltonus. Die Stehfähigkeit der Rinder bleibt erhalten.
Dosierung 2: Sedierung, mit deutlicher Reduktion des Muskeltonus und geringgradige Analgesie. Die Rinder bleiben überwiegend stehfähig, können sich aber auch hinlegen.
Dosierung 3: tiefe Sedierung, weitere Senkung des Muskeltonus und Ausbildung einer Analgesie. Die Rinder legen sich hin.
Dosierung 4: Sehr tiefe Sedierung mit einer deutlichen Reduktion des Muskeltonus und Ausbildung einer Analgesie. Die Rinder legen sich hin.
Pferd: intravenöse Anwendung
0,6 – 1,0 mg/kg KGW intravenös (= 3 - 5 ml des Tierarzneimittels / 100 kg KGW).
Die Dosierung hängt vom gewünschten Ausmaß der Sedierung und dem Ansprechen des Tieres ab.
Hund: intravenöse oder intramuskuläre Anwendung
Zur Sedierung:
1 mg Xylazin/kg KGW (entsprechend 0,5 ml des Tierarzneimittels / 10 kg KGW) intravenös. 1–3 mg Xylazin/kg KGW (entsprechend 0,5 ml bis 1,5 ml des Tierarzneimittels / 10 kg KGW) intramuskulär.
Die Dosierung ergibt eine leichte bis mittelstarke Sedierung von 30 - 120 Minuten Dauer; sie ist auch zur Prämedikation vor Allgemeinnarkosen geeignet.
Kombinationsmöglichkeiten mit anderen Tierarzneimitteln: Xylazin mit Ketamin:
2 mg/kg KGW Xylazin (= 1 ml des Tierarzneimittels / 10 kg KGW) und 6 - 10 mg/kg KGW Ketamin intramuskulär.
Katze: intramuskuläre Anwendung
Zur Sedierung:
2 mg Xylazin/kg KGW (entsprechend 0,1 ml des Tierarzneimittels pro kg KGW) intramuskulär.
2 - 4 mg Xylazin/kg KGW (entsprechend 0,1 ml bis 0,2 ml des Tierarzneimittels pro kg KGW) subkutan.
Diese Dosierung ergibt eine leichte bis starke Sedierung von 30 - 120 Minuten Dauer; sie ist auch zur Prämedikation vor Allgemeinnarkosen geeignet.
Kombinationsmöglichkeiten mit anderen Tierarzneimitteln: Xylazin mit Ketamin:
2 mg/kg KGW Xylazin (= 0,1 ml des Tierarzneimittels / kg KGW) und – 5-15 mg/kg KGW Ketamin intramuskulär.
Eine entsprechend skalierte Spritze muss verwendet werden, um genau die benötigte Dosis zu erhalten. Dies ist besonders bei der Injektion kleiner Volumina wichtig.
Hinweise für die richtige Anwendung
Sie dürfen Xylapan nicht verwenden, wenn Sie Folgendes bemerken:
Verfärbungen der Injektionslösung oder Partikel in der Injektionslösung
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Wie ist Xylapan 20 mg/ml - Injektionslösung für Tiere aufzubewahren?
Außerhalb der Sicht und Reichweite von Kindern aufbewahren.
Nicht über 25 °C lagern.
Sie dürfen dieses Tierarzneimittel nach dem auf dem Etikett und dem Umkarton angegebenen Verfalldatum nach „Exp.“ nicht mehr anwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des Mo-
nats.
Haltbarkeit des Tierarzneimittels in der unversehrten Verpackung: 4 Jahre Haltbarkeit nach dem ersten Öffnen/Anbruch der Primärverpackung: 12 Tage
Weitere Informationen zu Xylapan 20 mg/ml - Injektionslösung für Tiere
Zusammensetzung
Jeder ml enthält:
Wirkstoffe:
Xylazin 20,0 mg (entsprechend 23,3 mg Xylazinhydrochlorid)
Sonstige Bestandteile:
Methyl-4-hydroxybenzoat (E 218) 0,65 mg
Propyl-4-hydroxybenzoat (E 216) 0,35 mg
Klare, farblose Lösung.
Besondere Warnhinweise
Besondere Warnhinweise:
Rind:
Rinder sind besonders empfindlich gegenüber Xylazin. Obwohl Rinder normalerweise bei geringeren Dosen stehen bleiben, legen sich einige Tiere auch hin. Nach Verabreichung der höchsten empfohlenen Dosis legen sich die meisten Tiere hin, wobei einige Tiere in Seitenlage zum Liegen kommen.
Nach Injektion von Xylazin kann die Vormagenmotorik sistieren, was zu Aufgasung führen kann. Es ist ratsam bei erwachsenen Rindern, vor der Verabreichung von Xylazin die Futter- und Wassergabe mehrere Stunden lang auszusetzen. Bei Kälbern könnte Fasten indiziert sein, dies sollte jedoch nur nach einer Nutzen-Risiko-Bewertung durch den behandelnden Tierarzt erfolgen.
Bei Rindern bleibt die Fähigkeit zum Wiederkäuen, Husten und Schlucken erhalten, ist jedoch während der Sedierung reduziert. Deshalb müssen die Rinder während der Erholungsphase engmaschig überwacht werden und in Sternallage gehalten werden.
Nach intramuskulären Dosen von über 0,5 mg/kg Körpergewicht können lebensbedrohliche Wirkungen auftreten (Atem- und Kreislaufversagen). Daher ist eine sehr genaue Dosierung erforderlich.
Die gleichzeitige Anwendung mit anderen Wirkstoffen zur Prämedikation oder Anästhesie sollte nur nach einer Nutzen- Risiko-Bewertung erfolgen. Diese Bewertung sollte die Zusammensetzung der Tierarzneimittel, deren Dosis und die Art des chirurgischen Eingriffes berücksichtigen. Je nach Art der Anästhesie können deutliche Änderungen der empfohlenen einzelnen Dosierungen der gleichzeitig eingesetzten Tierarzneimittel erforderlich werden.
Pferd:
Xylazin hemmt die normale Darmmotilität. Daher sollte es bei Pferden mit Koliken nur dann eingesetzt werden, wenn diese nicht auf Analgetika ansprechen. Die Anwendung von Xylazin sollte bei Pferden mit einer Dysfunktion des Blinddarms vermieden werden.
Da sich Pferde nach Xylazingabe nur widerstrebend bewegen, sollte die Verabreichung, wenn möglich immer am Ort der Untersuchung bzw. Behandlung stattfinden.
Bei der Verabreichung des Tierarzneimittels an Pferde, die anfällig für Hufrehe (Laminitis) sind, ist Vorsicht geboten.
Pferde mit Erkrankungen oder Fehlfunktionen der Atemwege können eine lebensbedrohliche Dyspnoe entwickeln.
Die Dosierung sollte immer so niedrig wie möglich gehalten werden.
Die gleichzeitige Anwendung mit anderen Wirkstoffen zur Prämedikation oder Anästhesie soll nur nach einer Nutzen-Risikoanalyse erfolgen. Diese Einschätzung soll unter Berücksichtigung der Zusammensetzung der Tierarzneimittel, deren Dosis und der Art des chirurgischen Eingriffes erfolgen.
Je nach Art der Anästhesie können deutliche Änderungen der empfohlenen einzelnen Dosierungen der gleichzeitig eingesetzten Tierarzneimittel erforderlich werden.
Hund, Katze:
Xylazin hemmt die normale Darmmotilität. Daher ist die Sedierung mit Xylazin für Röntgenaufnahmen des oberen Gastrointestinal-Trakts nicht anzuraten, da es zur Aufgasung des Magens führt und eine Interpretation der Befunde erschwert.
Brachyzephale Rassen mit einer Erkrankung oder Fehlfunktion der Atemwege können eine lebensbedrohliche Dyspnoe entwickeln.
Die gleichzeitige Anwendung mit anderen Wirkstoffen zur Prämedikation oder Anästhesie soll nur nach einer Nutzen-Risikoanalyse erfolgen. Diese Einschätzung soll unter Berücksichtigung der Zusammensetzung der Tierarzneimittel, deren Dosis und der Art des chirurgischen Eingriffes erfolgen.
Je nach Art der Anästhesie können deutliche Änderungen der empfohlenen einzelnen Dosierungen der gleichzeitig eingesetzten Tierarzneimittel erforderlich werden.
Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die sichere Anwendung bei den Zieltierarten:
Wird vor der Anwendung des Tierarzneimittels eine Prämedikation mit anderen Wirkstoffen (z. B. sedativ/analgetische Prämedikation) durchgeführt, sollte die Dosis des Tierarzneimittels reduziert werden.
Tiere, denen Xylazin verabreicht wurde, sind vorsichtig zu handhaben und sollten in einer ruhigen Umgebung gehalten werden, da sie auf äußere Reize reagieren und plötzlich gezielte Abwehrbewegungen machen können.
Es wird empfohlen, die Tiere bei Umgebungstemperaturen über 25 °C zu kühlen, und bei niedrigen Temperaturen zu wärmen.
Behandelte Tiere bis zum vollständigen Nachlassen der Wirkung kontrollieren (z. B. Herz- und Atmungstätigkeit, auch in der post-operativen Phase). Zusätzlich sollten die Tiere einzeln gehalten werden, um gegenseitige Verletzungen zu vermeiden.
Ältere oder kranke Tiere reagieren empfindlicher auf Xylazin, während nervöse oder aufgeregte Tiere möglicherweise eine etwas höhere Dosis benötigen.
Die empfohlene Dosis sollte nicht überschritten werden.
Im Falle einer Dehydratation sollte Xylazin mit Vorsicht angewendet werden.
Bei schmerzhaften Eingriffen sollte Xylazin immer in Kombination mit einer Lokalanästhesie oder einer generellen Anästhesie verwendet werden.
Zur Anwendung bei Jungtieren siehe die in Abschnitt 5 genannte Altersbeschränkung. Wenn das Tierarzneimittel für die Anwendung bei Jungtieren unterhalb dieser Altersgrenzen vorgesehen ist, sollte der Tierarzt eine Nutzen-Risiko-Bewertung vornehmen.
Rind:
Zur Vermeidung von Futter- und Speichelaspiration sollten Kopf und Hals beim abgelegten Tier tief gelagert werden.
Die bei liegenden Wiederkäuern gelegentlich auftretende Tympanie kann durch Einhaltung einer Sternallage vermieden werden. Den Tieren sollte vor der Anwendung des Tierarzneimittels kein Futter gegeben werden, um einer Tympanie vorzubeugen.
Pferd:
Xylazin kann unterschiedlich stark ausgeprägte Ataxien hervorrufen; daher muss Xylazin bei Eingriffen an den distalen Extremitäten und bei Kastrationen beim stehenden Pferd mit Vorsicht eingesetzt werden. Bei Manipulationen an der Hinterhand des Pferdes muss trotz Sedation mit Abwehrbewegungen gerechnet werden.
Hund, Katze:
Bei Katzen und Hunden führt die Verabreichung von Xylazin im Allgemeinen innerhalb von 3–5 Minuten zu Erbrechen. Es wird empfohlen, Katzen und Hunde wegen der Gefahr des Erbrechens 12 Stunden vor der Anwendung des Tierarzneimittels fasten zu lassen, sie können aber freien Zugang zu Trinkwasser haben.
Beim Hund verursacht die Verabreichung von Xylazin häufig eine Aufgasung des Magen-Darm-Traktes. Die Gabe von Xylazin ist vor einer radiologischen Untersuchung nicht anzuraten, da sie die radiologische Interpretation erschweren kann.
Eine Prämedikation mit Atropin bei Katzen und Hunden kann den Speichelfluss und die Auswirkungen der Bradykardie mildern.
Besondere Vorsichtsmaßnahmen für den Anwender:
Methyl-4-hydroxybenzoat kann Überempfindlichkeitsreaktionen hervorrufen. Personen mit bekannter Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff, Parabene oder einen der sonstigen Bestandteile sollten den Kontakt mit dem Tierarzneimittel vermeiden.
Dieses Tierarzneimittel kann Reizungen der Haut, der Augen und der Mundschleimhaut hervorrufen. Vermeiden Sie den Kontakt des Tierarzneimittels mit Haut, Schleimhäuten oder Augen.
Waschen Sie Hautbereiche, die mit dem Tierarzneimittel in Berührung gekommen sind, unverzüglich mit reichlich Wasser ab. Ziehen Sie kontaminierte Kleidungsstücke, die unmittelbar der Haut aufliegen, aus.
Bei Augenkontakt mit reichlich Wasser spülen, bei fortdauernder Augenreizung ist ein Arzt zu Rate zu ziehen.
Dieses Tierarzneimittel ist ein Sedativum. Es ist darauf zu achten, eine versehentliche Selbstinjektion zu vermeiden. Bei versehentlicher oraler Einnahme oder Selbstinjektion ist unverzüglich ein Arzt zu Rate zu ziehen und die Packungsbeilage oder das Etikett vorzuzeigen. SETZEN SIE SICH NICHT AN DAS STEUER EINES FAHRZEUGS, da die versehentliche Selbstinjektion oder orale Einnahme eine sedierende Wirkung und Blutdruckveränderungen zur Folge haben kann.
Bei der Handhabung des Tierarzneimittels durch schwangere Frauen ist mit besonderer Vorsicht vorzugehen, um eine Selbstinjektion zu vermeiden, da es nach einer versehentlichen systemischen Exposition zu Uteruskontraktionen und zu einem Blutdruckabfall beim Fötus kommen kann.
Für den Arzt:
Xylazin ist ein Agonist des α2-Adrenozeptors. Daher kann seine pharmakologische Wirkung folgende klinische Effekte auslösen: Sedierung, Atemdepression, Koma, Bradykardie, Blutdruckabfall, Hyperglykämie. Auch ventrikuläre Arrhythmien wurden beschrieben.
Die Behandlung erfolgt symptomatisch unter intensivmedizinischer Überwachung.
Besondere Vorsichtsmaßnahmen für den Umweltschutz:
Nicht zutreffend.
Trächtigkeit und Laktation:
Obwohl Laboruntersuchungen bei Ratten keine Hinweise auf teratogene oder fetotoxische Wirkungen ergaben, sollte die Anwendung des Tierarzneimittels in den ersten zwei Dritteln der Trächtigkeit nur nach Nutzen-Risiko-Bewertung durch den behandelnden Tierarzt vorgenommen werden. Nicht in späteren Stadien der Trächtigkeit (insbesondere bei Rindern und Katzen) anwenden, außer bei der Geburt, da Xylazin Uteruskontraktionen verursacht und zu vorzeitigen Wehen führen kann. Nicht bei Rindern anwenden, die Eizellen transplantiert bekommen, da der erhöhte Uterustonus den Erfolg einer Implantation verringern kann.
Wechselwirkung mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen:
Das Tierarzneimittel sollte nicht gleichzeitig mit Sympathomimetika, wie Epinephrin, angewendet werden, da es in Kombination ventrikuläre Arrhythmien hervorrufen kann.
Bei gleichzeitiger Anwendung des Tierarzneimittels und anderen zentral dämpfenden Substanzen, wie z.B. Barbituraten, Narkotika, Anästhetika und Tranquilizern, kann es zu einer Addition der zentral dämpfenden Wirkung kommen. Daher kann eine Verringerung der Dosierung dieser Substanzen erforderlich sein.
Ein Teil der erwünschten bzw. unerwünschten Wirkungen von Xylazin kann durch Verabreichung von Substanzen mit α2-antagonistischer Wirkung reduziert werden.
Die gleichzeitige intravenöse Gabe von bestimmten potenzierten Sulfonamiden und α2-Adrenozeptoragonisten kann kardiale Arrhythmien mit letalem Ausgang bewirken. Obwohl solche Wirkungen mit diesem Tierarzneimittel nicht berichtet worden sind, wird empfohlen, keine Trimethoprim/Sulfonamid enthaltenden Tierarzneimittel intravenös bei mit Xylazin sedierten Pferden anzuwenden.
Überdosierung:
Rind, Pferd, Hund, Katze:
Bei Überdosierung des Tierarzneimittels treten Arrhythmien, Hypotonie, schwere ZNS- und Atemdepression sowie Krampfanfälle auf.
Künstliche Beatmung und zentrale Analeptika sollten zum Einsatz kommen. Zur Behandlung der atemdepressiven Effekte von Xylazin wird eine mechanische Atemunterstützung mit oder ohne Gabe von Atemstimulantien (z.B. Doxapram) empfohlen.
Hund, Katze:
Ist aus medizinischer Sicht eine Abkürzung oder Abschwächung von Xylazin-Effekten notwendig, so kann dies durch Substanzen mit einer α2–antagonistischen Wirkung wie Atipamezol erreicht werden.
Wesentliche Inkompatibilitäten:
Da keine Kompatibilitätsstudien durchgeführt wurden, darf dieses Tierarzneimittel nicht mit anderen Tierarzneimitteln gemischt werden.
| 7. | Nebenwirkungen | ||
| Pferd: | |||
| Sehr selten | Erregung2 | ||
| Hyperglykämie | |||
| (< 1 Tier/10 000 behandelte Tiere, ein- | |||
| Polyurie | |||
| schließlich Einzelfallberichte): | |||
| Reaktion an der Injektionsstelle3 | |||
| übermäßiger Speichelfluss | |||
| Zungenlähmung, Regurgitation, Tympanie | |||
| Kolik1 | |||
| Atemdepression, Atemstillstand | |||
| Uteruskontraktionen, Penisprolaps4 | |||
| Hypothermie5 | |||
| Arrhythmie, Hypertonie 6, Hypotonie 6, Bradykardie |
Leicht; nach Anwendung von α-2-sympathomimetisch wirksamen Substanzen, da die Darmmotilität durch die Wirkstoffe dieser Substanzklasse vorübergehend gehemmt wird. Als vorbeugende Maßnahme sollten Pferde nach Sedierung kein Futter aufnehmen, bis die Wirkung vollständig abgeklungen ist.
paradoxe Erregungsreaktionen reversible lokale Gewebsirritation reversibel
Hemmung der Thermoregulation mit einer Abnahme der Körpertemperatur Blutdruckabfall nach initialem Blutdruckanstieg
Rind:
| Sehr selten | Erregung1 | |
| Hyperglykämie | ||
| (< 1 Tier/10 000 behandelte Tiere, ein- | ||
| Polyurie | ||
| schließlich Einzelfallberichte): | ||
| Reaktion an der Injektionsstelle2 | ||
| übermäßiger Speichelfluss | ||
| Pansenatonie, Pansentympanie, Diarrhoe3 | ||
| Zungenlähmung, Regurgitation | ||
| Atemdepression, Atemstillstand | ||
| Uteruskontraktionen, Penisprolaps4 | ||
| Hyperthermie5, Hypothermie5 | ||
| Arrhythmie, Hypertonie 6, Hypotonie 6, Bradykardie | ||
paradoxe Erregungsreaktionen reversible lokale Gewebsirritation
Kann 24 Stunden nach Verabreichung von Xylazin auftreten reversibel
- Hemmung der Thermoregulation mit einer Abnahme der Körpertemperatur erst nach einem Anstieg der Körpertemperatur
6 Blutdruckabfall nach initialem Blutdruckanstieg
Hund und Katze:
| Sehr selten | Erregung1 | |
| Hyperglykämie | ||
| (< 1 Tier/10 000 behandelte Tiere, ein- | ||
| Polyurie | ||
| schließlich Einzelfallberichte): | ||
| Reaktion an der Injektionsstelle2 | ||
| übermäßiger Speichelfluss, Erbrechen | ||
| Zungenlähmung, Regurgitation, Aufgasung | ||
| Atemdepression3, Atemstillstand3 | ||
| Hypothermie4 | ||
| Arrhythmie, Hypertonie 5, Hypotonie 5, Bradykardie | ||
| paradoxe Erregungsreaktionen | ||
| reversible lokale Gewebsirritation | ||
| besonders bei Katzen | ||
| Hemmung der Thermoregulation mit einer Abnahme der Körpertemperatur | ||
| Blutdruckabfall nach initialem Blutdruckanstieg |
Die Meldung von Nebenwirkungen ist wichtig. Sie ermöglicht die kontinuierliche Überwachung der Verträglichkeit eines Tierarzneimittels. Falls Sie Nebenwirkungen, insbesondere solche, die nicht in der Packungsbeilage aufgeführt sind, bei Ihrem Tier feststellen oder falls Sie vermuten, dass das Tierarzneimittel nicht gewirkt hat, teilen Sie dies bitte zuerst Ihrem Tierarzt mit. Sie können Nebenwirkungen auch an den Zulassungsinhaber unter Verwendung der Kontaktdaten am Ende dieser Packungsbeilage oder über Ihr nationales Meldesystem melden:
Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen
Traisengasse 5, AT-1200 WIEN
E-Mail: basg-v-phv@basg.gv.at
Website: https://www.basg.gv.at
Zulassungsnummern und Packungsgrößen
Z.Nr.: 8-00359
Packungsgrößen:
Faltschachtel mit 1 Durchstechflasche mit 50 ml Injektionslösung
Datum der letzten Überarbeitung der Packungsbeilage
05/2026
Detaillierte Angaben zu diesem Tierarzneimittel sind in der Produktdatenbank der Europäischen Union verfügbar (https://medicines.health.europa.eu/veterinary).
Redaktionelle Grundsätze
Alle für den Inhalt herangezogenen Informationen stammen von geprüften Quellen (anerkannte Institutionen, Fachleute, Studien renommierter Universitäten). Dabei legen wir großen Wert auf die Qualifikation der Autoren und den wissenschaftlichen Hintergrund der Informationen. Somit stellen wir sicher, dass unsere Recherchen auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basieren.


