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Medikamente

Sedachem 20 mg/ml Injektionslösung für Rinder, Pferde, Hunde und Katzen

Sedachem 20 mg/ml Injektionslösung für Rinder, Pferde, Hunde und Katzen
Inhalt
  1. Was ist es und wofür wird es verwendet?
  2. Was müssen Sie vor dem Gebrauch beachten?
  3. Wie wird es angewendet?
  4. Was sind mögliche Nebenwirkungen?
  5. Wie soll es aufbewahrt werden?
  6. Weitere Informationen

Das Wichtigste in Kürze

Bezeichnung des Tierarzneimittels Sedachem 20 mg/ml Injektionslösung für Rinder, Pferde, Hunde und Katzen Anwendungsgebiete Rind: Zur Sedierung, Muskelrelaxation und Analgesie bei kleinen Eingriffen. In Kombination mit anderen Substanzen zur Anästhesie. Pferd: Zur Sedierung und Muskelrelaxation.

Zulassungsinhaber
Interchemie Werken De Adelaar Eesti AS
Abgabestatus
Abgabe durch eine (öffentliche) Apotheke
ATC Code
QN05CM92

Diese Zusammenfassung ersetzt nicht die Packungsbeilage und keine ärztliche Beratung.

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Gebrauchsinformation

Wofür wird Sedachem 20 mg/ml Injektionslösung für Rinder, Pferde, Hunde und Katzen angewendet?

Bezeichnung des Tierarzneimittels

Sedachem 20 mg/ml Injektionslösung für Rinder, Pferde, Hunde und Katzen

Anwendungsgebiete

Rind:

Zur Sedierung, Muskelrelaxation und Analgesie bei kleinen Eingriffen.

In Kombination mit anderen Substanzen zur Anästhesie.

Pferd:

Zur Sedierung und Muskelrelaxation.

In Kombination mit anderen Substanzen zur Analgesie und Anästhesie.

Hund, Katze:

Zur Sedierung.

In Kombination mit anderen Substanzen zur Analgesie, Anästhesie und Muskelrelaxation.

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Was ist vor der Einnahme von Sedachem 20 mg/ml Injektionslösung für Rinder, Pferde, Hunde und Katzen zu beachten?

Gegenanzeigen

Rind, Pferd, Hund, Katze:

Nicht anwenden bei Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile. Nicht anwenden bei Tieren mit gastrointestinalen Obstruktionen, da die muskelrelaxierenden Eigenschaften des Wirkstoffes die Auswirkungen der Obstruktion möglicherweise noch verstärken und wegen der Gefahr, Erbrechen auszulösen.

Nicht anwenden bei Tieren mit Lungenerkrankungen (Ateminsuffizienz) oder Herzerkrankungen (insbesondere bei ventrikulärer Arrhythmie (Herzrhythmusstörung)).

Nicht anwenden bei Tieren mit eingeschränkter Leber- oder Nierenfunktion.

Nicht anwenden bei Tieren, die an Krampfanfällen leiden.

Nicht anwenden bei Tieren mit Hypotonie (niedriger Blutdruck) und Schock. Nicht anwenden bei Tieren, die an Diabetes mellitus erkrankt sind.

Nicht gleichzeitig mit sympathomimetischen Aminen (z.B. Epinephrin) verabreichen.

Nicht anwenden bei Kälbern in einem Alter unter einer Woche, bei Fohlen in einem Alter unter zwei Wochen oder bei Katzen- und Hundewelpen in einem Alter unter sechs Wochen.

Nicht anwenden im letzten Drittel der Trächtigkeit (Gefahr einer vorzeitigen Geburt), außer während der Geburt selbst (siehe Abschnitt Besondere Warnhinweise).

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Entsorgung

Arzneimittel sollten nicht über das Abwasser oder den Haushaltsabfall entsorgt werden.

Nutzen Sie Rücknahmesysteme für die Entsorgung nicht verwendeter Tierarzneimittel oder daraus entstandener Abfälle nach den örtlichen Vorschriften und die für das betreffende Tierarzneimittel geltenden nationalen Sammelsysteme. Diese Maßnahmen dienen dem Umweltschutz.

Fragen Sie Ihren Tierarzt oder Apotheker, wie nicht mehr benötigte Arzneimittel zu entsorgen sind.

Wie wird Sedachem 20 mg/ml Injektionslösung für Rinder, Pferde, Hunde und Katzen angewendet?

Dosierung für jede Tierart, Art und Dauer der Anwendung

Intravenöse, intramuskuläre oder subkutane Anwendung.

Rind: intravenöse (i.v.) oder intramuskuläre (i.m.) Anwendung.

Pferd: intravenöse (i.v.) Anwendung.

Hund: intravenöse (i.v.) oder intramuskuläre (i.m.) Anwendung.

Katze: intramuskuläre (i.m.) oder subkutane (s.c.) Anwendung.

Um eine korrekte Dosierung zu gewährleisten, sollte das Körpergewicht (KGW) so genau wie möglich ermittelt werden.

Die intravenöse Injektion sollte langsam erfolgen, insbesondere bei Pferden.

Rind (intravenöse oder intramuskuläre Anwendung)

Intravenöse Anwendung:

Der Wirkungseintritt wird durch intravenöse Applikation beschleunigt, wogegen die Wirkungsdauer normalerweise verkürzt wird. Wie bei allen zentralwirksamen Substanzen ist zu empfehlen, das Tierarzneimittel langsam intravenös zu injizieren.

Rind (i.v.)

Dosierung Xylazin Tierarzneimittel Tierarzneimittel
Stufe mg/kg KGW ml pro 100 kg KGW ml pro 500 kg KGW
I 0,016 – 0,024 0,08 – 0,12 0,4 – 0,6
II 0,034 – 0,05 0,18 – 0,25 0,85 – 1,25
III 0,066 – 0,10 0,33 – 0,5 1,65 – 2,5
Rind (i.m.)      
Dosierung Xylazin Tierarzneimittel Tierarzneimittel
Stufe mg/kg KGW ml pro 100 kg KGW ml pro 500 kg KGW
I 0,05 0,25 1,25
II 0,1 0,5 2,5
III 0,2 1,0 5,0
IV 0,3 1,5 7,5

Falls notwendig, lässt sich die Wirkung des Tierarzneimittels durch eine zweite Applikation vertiefen oder verlängern.

Zur Vertiefung erfolgt die Nachdosierung 20 Minuten, zur Verlängerung 30 - 40 Minuten nach der ersten Applikation. Die verabreichte Gesamtdosis sollte die Dosierung in Stufe IV jedoch nicht übersteigen.

Dosierung I: Sedierung mit geringgradiger Reduktion des Muskeltonus. Die Stehfähigkeit der Rinder bleibt erhalten.

Dosierung II: Sedierung mit deutlicher Reduktion des Muskeltonus und geringgradige Analgesie. Die Rinder bleiben überwiegend stehfähig, können sich aber auch hinlegen.

Dosierung III: Tiefe Sedierung, weitere Reduktion des Muskeltonus, teilweise Analgesie. Die Rinder legen sich hin.

Dosierung IV: Sehr tiefe Sedierung mit einer deutlichen Reduktion des Muskeltonus, teilweise Analgesie. Die Rinder legen sich hin.

Pferd (intravenöse Anwendung)

0,6 – 1,0 mg/kg KGW, entsprechend 3 - 5 ml des Tierarzneimittels pro 100 kg KGW intravenös.

Dosisabhängig wird hiermit eine leichte bis starke Sedierung mit individuell unterschiedlich ausgeprägter Analgesie sowie deutlicher Muskelrelaxation erreicht. Im Allgemeinen legen sich die Pferde nicht hin.

Hund (intravenöse oder intramuskuläre Anwendung)

Zur Sedierung:

1 mg Xylazin/kg KGW intravenös (entsprechend 0,5 ml des Tierarzneimittels pro 10 kg KGW).

1 bis 3 mg Xylazin/kg KGW intramuskulär (entsprechend 0,5 - 1,5 ml des Tierarzneimittels pro 10 kg KGW).

Die Verabreichung des Tierarzneimittels verursacht bei Hunden sehr oft Erbrechen. Dieser Effekt kann, falls unerwünscht, durch Fasten gemindert werden.

Katze (intramuskuläre oder subkutane Anwendung)

Zur Sedierung:

2 mg Xylazin/kg KGW intramuskulär (entsprechend 0,1 ml des Tierarzneimittels pro kg KGW).

2 bis 4 mg Xylazin/kg KGW subkutan (entsprechend 0,1 - 0,2 ml des Tierarzneimittels pro kg KGW).

Die Verabreichung des Tierarzneimittels verursacht bei Katzen sehr oft Erbrechen. Dieser Effekt kann, falls unerwünscht, durch Fasten gemindert werden.

Hinweise für die richtige Anwendung

Der Brombutylstopfen kann bei Kleintieren (Hunde und Katzen) mit einer 21G- und 23G-Kanüle bis zu 70-mal und bei Großtieren (Rinder und Pferde) mit einer 16G-Kanüle bis zu 15-mal sicher durchstochen werden.

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Wie ist Sedachem 20 mg/ml Injektionslösung für Rinder, Pferde, Hunde und Katzen aufzubewahren?

Außerhalb der Sicht und Reichweite von Kindern aufbewahren.

Für dieses Tierarzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.

Sie dürfen dieses Tierarzneimittel nach dem auf dem Etikett angegebenen Verfalldatum nach „Exp.“ nicht mehr anwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des Monats.

Nach erstmaligem Öffnen der Primärverpackung, unter 25 °C lagern.

Haltbarkeit nach dem ersten Öffnen/Anbruch der Primärverpackung: 28 Tage.

Weitere Informationen zu Sedachem 20 mg/ml Injektionslösung für Rinder, Pferde, Hunde und Katzen

Zusammensetzung

Jeder ml entḧlt:

Wirkstoff:

Xylazin 20,00 mg (entsprechend 23,32 mg Xylazinhydrochlorid)

Sonstige Bestandteile:  
Methylparahydroxybenzoat (E218) 1,5 mg

Klare, farblose Lösung ohne sichtbare Partikel.

Besondere Warnhinweise

Besondere Warnhinweise:

Pferde:

  • Xylazin hemmt die normale Darmmotilität. Daher sollte es bei Pferden mit Kolik nur dann eingesetzt werden, wenn diese nicht auf Analgetika ansprechen. Die Anwendung von Xylazin sollte bei Pferden mit Dysfunktion des Blinddarms vermieden werden.
  • Da sich Pferde nach Xylazingabe nur widerstrebend bewegen, sollte das Tierarzneimittel, wenn möglich, immer am Ort der Behandlung bzw. Untersuchung verabreicht werden.
  • Bei der Verabreichung des Tierarzneimittels an Pferde, die anfällig für Hufrehe (Laminitis) sind, ist Vorsicht geboten.
  • Pferde mit Erkrankungen oder Fehlfunktionen der Atemwege können eine lebensbedrohliche Dyspnoe entwickeln.
  • Die Dosierung sollte immer so niedrig wie möglich gehalten werden.
  • Die gleichzeitige Anwendung mit anderen Wirkstoffen zur Prämedikation oder Anästhesie soll nur nach einer Nutzen-Risikoanalyse erfolgen. Diese Einschätzung soll unter Berücksichtigung der Zusammensetzung der Tierarzneimittel, deren Dosis und der Art des chirurgischen Eingriffes erfolgen. Je nach Art der Anästhesie können deutliche Änderungen der empfohlenen einzelnen Dosierungen der gleichzeitig eingesetzten Tierarzneimittel erforderlich werden.

Hunde, Katzen:

  • Xylazin hemmt die normale Darmmotilität. Daher ist die Sedierung mit Xylazin für Röntgenaufnahmen des oberen Gastrointestinaltrakts nicht anzuraten, da es zur Aufgasung des Magens führt und eine Interpretation der Befunde erschwert.
  • Brachyzephale Hunderassen mit einer Erkrankung oder Fehlfunktion der Atemwege können eine lebensbedrohliche Dyspnoe entwickeln.
  • Die gleichzeitige Anwendung mit anderen Wirkstoffen zur Prämedikation oder Anästhesie soll nur nach einer Nutzen-Risikoanalyse erfolgen. Diese Einschätzung soll unter Berücksichtigung der Zusammensetzung der Tierarzneimittel, deren Dosis und der Art des chirurgischen Eingriffes erfolgen. Je nach Art der Anästhesie können deutliche Änderungen der empfohlenen einzelnen Dosierungen der gleichzeitig eingesetzten Tierarzneimittel erforderlich werden.

Rinder:

  • Wiederkäuer sind besonders empfindlich gegenüber Xylazin. Obwohl Rinder normalerweise bei niedrigeren Dosen stehen bleiben, legen sich einige Tiere auch hin. Nach Verabreichung der höchsten empfohlenen Dosis legen sich die meisten Tiere hin, wobei einige Tiere in Seitenlage zum Liegen kommen.
  • Nach Injektion von Xylazin kann die Vormagenmotorik sistieren, was zu Aufgasung führen kann. Es ist ratsam, bei erwachsenen Rindern vor der Verabreichung von Xylazin die Futter- und Wassergabe mehrere Stunden lang auszusetzen. Bei Kälbern könnte Fasten indiziert sein, dies sollte jedoch nur nach einer Nutzen-Risiko-Bewertung durch den behandelnden Tierarzt erfolgen.
  • Bei Rindern bleibt die Fähigkeit zum Wiederkäuen, Husten und Schlucken erhalten, ist jedoch während der Sedierung reduziert. Deshalb müssen die Rinder während der Erholungsphase engmaschig überwacht und in Sternallage gehalten werden.
  • Bei Rindern können nach intramuskulären Dosen von über 0,5 mg/kg Körpergewicht

lebensbedrohliche Wirkungen auftreten (Atem- und Kreislaufversagen). Daher ist eine sehr genaue Dosierung erforderlich.

Die gleichzeitige Anwendung mit anderen Wirkstoffen zur Prämedikation oder Anästhesie soll nur nach einer Nutzen-Risikoanalyse erfolgen. Diese Einschätzung soll unter Berücksichtigung der Zusammensetzung der Tierarzneimittel, deren Dosis und der Art des chirurgischen Eingriffes erfolgen. Je nach Art der Anästhesie können deutliche Änderungen der empfohlenen einzelnen Dosierungen der gleichzeitig eingesetzten Tierarzneimittel erforderlich werden.

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die sichere Anwendung bei den Zieltierarten:

  • Die Tiere sollten in einer ruhigen Umgebung gehalten werden, da sie auf äußere Reize reagieren können.
  • Intraarterielle Verabreichung ist zu vermeiden.
  • Die bei liegenden Rindern gelegentlich auftretende Tympanie kann durch Einhaltung einer Sternallage vermieden werden.
  • Zur Vermeidung von Futter- und Speichelaspiration sollten Kopf und Hals beim abgelegten Tier tief gelagert werden. Den Tieren sollte vor der Anwendung des Tierarzneimittels kein Futter gegeben werden.
  • Ältere und kranke Tiere reagieren empfindlicher auf Xylazin, während nervöse oder stark erregte Tiere möglicherweise eine etwas höhere Dosis benötigen.
  • Im Falle einer Dehydratation sollte Xylazin mit Vorsicht angewendet werden.
  • Bei Katzen und Hunden führt die Verabreichung von Xylazin im Allgemeinen innerhalb von 3-5 Minuten zu Erbrechen. Es wird empfohlen, Hunde und Katzen vor der Anwendung des Tierarzneimittels 12 Stunden fasten zu lassen; sie können aber freien Zugang zu Trinkwasser haben.
  • Eine Prämedikation mit Atropin bei Katzen und Hunden kann den Speichelfluss und die Auswirkungen der Bradykardie (niedrige Herzfrequenz) mildern.
  • Die empfohlene Dosis sollte nicht überschritten werden.
  • Nach der Verabreichung sollten die Tiere in einer ruhigen Umgebung gehalten werden, bis die volle Wirkung erreicht ist.
  • Es wird empfohlen, die Tiere bei Umgebungstemperaturen über 25 °C zu kühlen, und bei niedrigen Temperaturen zu wärmen.
  • Bei schmerzhaften Eingriffen sollte Xylazin immer in Kombination mit einer Lokalanästhesie oder einer Allgemeinanästhesie verwendet werden.
  • Xylazin kann unterschiedlich stark ausgeprägte Ataxien hervorrufen; daher muss Xylazin bei Eingriffen an den distalen Extremitäten und bei Kastrationen beim stehenden Pferd mit Vorsicht eingesetzt werden.
  • Behandelte Tiere bis zum vollständigen Nachlassen der Wirkung kontrollieren (z. B. Herz- und Atmungstätigkeit, auch in der postoperativen Phase) und sie sollten einzeln gehalten werden, um gegenseitige Verletzungen zu vermeiden.
  • Zur Anwendung bei Jungtieren siehe die in Abschnitt Gegenanzeigen genannte Altersbeschränkung. Wenn das Tierarzneimittel für die Anwendung bei Jungtieren unterhalb dieser Altersgrenzen vorgesehen ist, sollte der Tierarzt eine Nutzen-Risiko-Bewertung vornehmen.

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für den Anwender:

Personen mit bekannter Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff, Parabene oder einen der sonstigen Bestandteile sollten den Kontakt mit dem Tierarzneimittel vermeiden.

Dieses Tierarzneimittel ist ein Sedativum. Es ist darauf zu achten, eine versehentliche Selbstinjektion zu vermeiden.

Bei versehentlicher oraler Einnahme oder Selbstinjektion ist unverzüglich ein Arzt zu Rate zu ziehen und die Packungsbeilage oder das Etikett vorzuzeigen. SETZEN SIE SICH NICHT AN DAS STEUER EINES FAHRZEUGS, da eine sedierende Wirkung und Blutdruckveränderungen auftreten können.

Vermeiden Sie den Kontakt des Tierarzneimittels mit Haut, Augen oder Schleimhäuten.

Waschen Sie Hautbereiche, die mit dem Tierarzneimittel in Berührung gekommen sind, unverzüglich mit reichlich Wasser ab. Sollten Symptome auftreten, ist ein Arzt zu Rate zu ziehen.

Ziehen Sie kontaminierte Kleidungsstücke, die unmittelbar der Haut aufliegen, aus.

Bei versehentlichem Kontakt des Tierarzneimittels mit den Augen, mit reichlich frischem Wasser spülen. Sollten Symptome auftreten, ist ein Arzt zu Rate zu ziehen.

Bei der Handhabung des Tierarzneimittels durch schwangere Frauen ist mit besonderer Vorsicht vorzugehen, um eine Selbstinjektion zu vermeiden, da es nach einer versehentlichen systemischen Exposition zu Uteruskontraktionen und zu einem Blutdruckabfall beim Fötus kommen kann.

Für den Arzt:

Xylazin ist ein Agonist des α2-Adrenozeptors. Als Symptome einer Resorption können u.a. klinische Wirkungen wie dosisabhängige Sedierung, Atemdepression, Bradykardie, Hypotonie, trockener Mund und Hyperglykämie (erhöhter Blutzuckerspiegel) auftreten. Auch ventrikuläre Arrhythmien wurden berichtet.

Respiratorische und hämodynamische Symptome sollten symptomatisch behandelt werden.

Trächtigkeit:

Obwohl Laboruntersuchungen an Ratten keine Hinweise auf teratogene oder fetotoxische Wirkungen ergaben, sollte die Anwendung des Tierarzneimittels in den ersten beiden Trimestern der Trächtigkeit nur nach Nutzen-Risiko-Bewertung durch den behandelnden Tierarzt erfolgen.

Nicht in späteren Stadien der Trächtigkeit (insbesondere bei Rindern und Katzen) anwenden, außer bei der Geburt, da Xylazin Uteruskontraktionen verursacht und zu vorzeitigen Wehen führen kann.

Nicht bei Rindern anwenden, die Eizellen transplantiert bekommen, da der erhöhte Uterustonus den Erfolg einer Implantation verringern kann.

Wechselwirkung mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen:

Bei gleichzeitiger Anwendung von Xylazin und anderen zentral dämpfenden Substanzen (Barbiturate, Narkotika, Anästhetika, Tranquilizer, etc.) kann es zu einer Addition der zentral dämpfenden Wirkung kommen. Daher kann eine Verringerung der Dosierung dieser Substanzen erforderlich sein. Xylazin sollte daher in Kombination mit Neuroleptika oder Tranquilizern mit Vorsicht eingesetzt werden. Xylazin sollte nicht gleichzeitig mit Sympathomimetika, wie Epinephrin, angewendet werden, da es in Kombination ventrikuläre Arrhythmien hervorrufen kann.

Die gleichzeitige intravenöse Gabe von potenzierten Sulfonamiden und α2-Adrenozeptoragonisten kann zu kardialen Arrhythmien mit letalem Ausgang führen. Obwohl solche Wirkungen mit diesem Tierarzneimittel nicht berichtet worden sind, wird empfohlen, keine Trimethoprim/Sulfonamid enthaltenden Tierarzneimittel intravenös bei mit Xylazin sedierten Pferden anzuwenden.

Überdosierung:

Bei versehentlicher Überdosierung können kardiale Arrhythmien, Hypotonie, sowie eine schwere ZNS- und Atemdepression auftreten. Krämpfe wurden ebenfalls nach Überdosierung berichtet. Xylazin kann durch α2-adrenerge Antagonisten antagonisiert werden.

Zur Behandlung der atemdepressiven Effekte von Xylazin wird eine mechanische Atemunterstützung mit oder ohne Gabe von Atemstimulanzien (z.B. Doxapram) empfohlen.

Wesentliche Inkompatibilitäten:

Da keine Kompatibilitätsstudien durchgeführt wurden, darf dieses Tierarzneimittel nicht mit anderen Tierarzneimitteln gemischt werden.

7. Nebenwirkungen  
Hunde, Katzen:  
     
Selten Aufgasung1
 
(1 bis 10 Tiere / 10 000 behandelte  
Tiere):  
     
Sehr selten Herzstillstand, Dyspnoe, Bradypnoe, Lungenödem,
Hypotonie (niedriger Blutdruck)2
   
  (< 1 Tier/10 000 behandelte Tiere, Krämpfe, Schwäche, Pupillenfunktionsstörungen,
  Muskelzittern2
  einschließlich Einzelfallberichte):
   
     
  Unbestimmte Häufigkeit Reaktion an der Injektionsstelle3
  Hypersalivation (vermehrter Speichelfluss)
  (kann auf Basis der verfügbaren
  Unwillkürliche Bewegungen4, Muskelzittern
  Daten nicht geschätzt werden) Bradykardie (niedrige Herzfrequenz)5, Arrhythmie
    (Herzrhythmusstörung)6
    Atemdepression7, verminderte Atemfrequenz,
    Atemstillstand7
    Hypothermie8, Hyperthermie8
    Hyperglykämie (erhöhter Blutzuckerspiegel)
    Polyurie (vermehrter Harnabsatz)9
    Uteruskontraktionen9, vorzeitige Geburt9
    Erbrechen10
Bei prädisponierten Hunderassen mit großem Brustkorb (Deutsche Dogge, Irish Setter).
Bei anästhesierten Tieren, vor allem während und nach der Erholungsphase.
3 Reversible lokale Gewebsirritation.  
Als Reaktion auf starke akustische Reize.  
Mit AV-Block.  
Reversibel.  
Insbesondere bei Katzen.  
Die Thermoregulation kann beeinflusst werden, so dass die Körpertemperatur in Abhängigkeit von der
Umgebungstemperatur erniedrigt oder erhöht sein kann.
Bei Katzen.  

10 Während des Einsetzens der Sedierung, insbesondere wenn die Tiere gerade gefüttert wurden.

Bei Hunden sind Nebenwirkungen nach subkutaner Verabreichung im Allgemeinen stärker ausgeprägt als nach intramuskulärer Verabreichung, und die Wirkung (Wirksamkeit) kann weniger vorhersehbar sein.

Rinder:

Unbestimmte Häufigkeit Reaktion an der Injektionsstelle1
Hypothermie2, Hyperthermie2
(kann auf Basis der verfügbaren
Vorzeitige Geburt, Uterusfunktionsstörung3, Penisprolaps4
Daten nicht geschätzt werden) Diarrhoe5, Hypersalivation (vermehrter Speichelfluss),
  Pansenatonie, Zungenfunktionsstörung6, Regurgitation,
  Pansentympanie
  Schnarchen, Stridor (pfeifendes Atemgeräusch)7,
  Atemdepression, Atemstillstand
  Hypotonie (niedriger Blutdruck), Bradykardie (niedrige
  Herzfrequenz), Arrhythmie (Herzrhythmusstörung)4
  Polyurie (vermehrter Harnabsatz)

1 Reversible lokale Gewebsirritation.

2 Die Thermoregulation kann beeinflusst werden, so dass die Körpertemperatur in Abhängigkeit von der Umgebungstemperatur erniedrigt oder erhöht sein kann.

3 Verminderte Einnistung der Eizelle.

4 Reversibel.

5 Für 24 Stunden nach hohen Dosen von Xylazin.

6 Atonie.

7 Nasaler Stridor.

Bei Rindern sind Nebenwirkungen nach intramuskulärer Verabreichung im Allgemeinen stärker ausgeprägt als nach intravenöser Verabreichung.

Pferde:

Selten Verhaltensstörung1
 
(1 bis 10 Tiere / 10 000 behandelte  
Tiere):  
   
Sehr selten Kolik2,4, Hypomotilität des Verdauungstraktes3,4
 
(< 1 Tier/10 000 behandelte Tiere,  
einschließlich Einzelfallberichte):  
   
Unbestimmte Häufigkeit Reaktion an der Injektionsstelle5
Atemdepression, Atemstillstand, verminderte
(kann auf Basis der verfügbaren
Atemfrequenz
Daten nicht geschätzt werden)
Vermehrter Harnabsatz
 
  Muskelzittern, unwillkürliche Bewegung6
  Arrhythmie (Herzrhythmusstörung)7, Bradykardie (niedrige
  Herzfrequenz)9, Hypotonie (niedriger Blutdruck)8,
  Hypertonie (hoher Bluthochdruck)8
  Ataxie
  Penisprolaps7
  Hypothermie10, Hyperthermie10
  vermehrtes Schwitzen11

1 Heftige Reaktionen.

2 Leicht.

3 Vorübergehend.

4 Um dies zu verhindern, sollten Pferde nach der Sedierung kein Futter erhalten, bis die Wirkung vollständig abgeklungen ist.

5 Reversible lokale Gewebsirritationen.

6 Als Reaktion auf starke akustische oder körperliche Reize.

7 Reversibel.

8 In der Regel kommt es zu einem vorübergehendem Anstieg des Blutdrucks, gefolgt von einem Abfall des Blutdrucks.

9 Schwer.

  1. Die Thermoregulation kann beeinflusst werden, so dass die Körpertemperatur in Abhängigkeit von der Umgebungstemperatur erniedrigt oder erhöht sein kann.
  2. Wenn die Wirkung der Sedierung nachlässt.

Die Meldung von Nebenwirkungen ist wichtig. Sie ermöglicht die kontinuierliche Überwachung der Verträglichkeit eines Tierarzneimittels. Falls Sie Nebenwirkungen, insbesondere solche, die nicht in der Packungsbeilage aufgeführt sind, bei Ihrem Tier feststellen, oder falls Sie vermuten, dass das Tierarzneimittel nicht gewirkt hat, teilen Sie dies bitte zuerst Ihrem Tierarzt mit. Sie können Nebenwirkungen auch an den Zulassungsinhaber oder seinen örtlichen Vertreter unter Verwendung der Kontaktdaten am Ende dieser Packungsbeilage oder über Ihr nationales Meldesystem melden:

Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen

Traisengasse 5, AT-1200 Wien

E-Mail: basg-v-phv@basg.gv.at

Website: https://www.basg.gv.at/

Zulassungsnummern und Packungsgrößen

Z.Nr.: 840366

Packungsgrößen: 50 ml oder 5x50 ml.

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in Verkehr gebracht.

Datum der letzten Überarbeitung der Packungsbeilage

04/2026

Detaillierte Angaben zu diesem Tierarzneimittel sind in der Produktdatenbank der Europäischen Union verfügbar (https://medicines.health.europa.eu/veterinary).

Redaktionelle Grundsätze

Alle für den Inhalt herangezogenen Informationen stammen von geprüften Quellen (anerkannte Institutionen, Fachleute, Studien renommierter Universitäten). Dabei legen wir großen Wert auf die Qualifikation der Autoren und den wissenschaftlichen Hintergrund der Informationen. Somit stellen wir sicher, dass unsere Recherchen auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basieren.

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