Inhalt
Das Wichtigste in Kürze
Bezeichnung des Tierarzneimittels Oxytetracyclin „Agrar Service“ 371 mg/g Pulver zum Eingeben für Tiere Anwendungsgebiete Zur Behandlung bakteriell bedingter Infektionskrankheiten, insbesondere Infektionen des Respirationstraktes bei Schweinen, Kälbern, Hühnern und Puten, die durch Oxytetracyclin-empfindliche Keime verursacht werden.
- Zulassungsinhaber
- Animed Service AG
- Abgabestatus
- Abgabe durch eine (öffentliche) Apotheke; NE (Abgabemöglichkeit nicht eingeschränkt)
- ATC Code
- QJ01AA06
Diese Zusammenfassung ersetzt nicht die Packungsbeilage und keine ärztliche Beratung.
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Gebrauchsinformation
Wofür wird Oxytetracyclin "Agrar Service" 371 mg/g - Pulver zum Eingeben für Tiere angewendet?
Bezeichnung des Tierarzneimittels
Oxytetracyclin „Agrar Service“ 371 mg/g Pulver zum Eingeben für Tiere
Anwendungsgebiete
Zur Behandlung bakteriell bedingter Infektionskrankheiten, insbesondere Infektionen des Respirationstraktes bei Schweinen, Kälbern, Hühnern und Puten, die durch Oxytetracyclin-empfindliche Keime verursacht werden.
Aufgrund weit verbreiteter Resistenzen gegenüber Tetracyclinen, insbesondere bei Streptokokken,
Erysipelothrix rhusiopathiae, Salmonellen, E. coli, Pasteurellen, Mannheimia haemolytica und Pseudomonaden ist vor der Behandlung die Sensitivität der als ursächlich nachgewiesenen Erreger zu überprüfen.
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Was ist vor der Einnahme von Oxytetracyclin "Agrar Service" 371 mg/g - Pulver zum Eingeben für Tiere zu beachten?
Gegenanzeigen
Nicht anwenden bei Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile. Nicht anwenden bei hochgradigen Störungen der Leber- und Nierenfunktion.
Nicht anwenden bei Infektionen mit Tetrazyklin-resistenten Erregern. Nicht anwenden bei ruminierenden Rindern (Kälbern).
Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Entsorgung
Arzneimittel sollten nicht über das Abwasser oder den Haushaltsabfall entsorgt werden.
Nutzen Sie Rücknahmesysteme für die Entsorgung nicht verwendeter Tierarzneimittel oder daraus entstandener Abfälle nach den örtlichen Vorschriften und die für das betreffende Tierarzneimittel geltenden nationalen Sammelsysteme. Diese Maßnahmen dienen dem Umweltschutz.
Fragen Sie ihren Tierarzt, wie nicht mehr benötigte Arzneimittel zu entsorgen sind.
Wie wird Oxytetracyclin "Agrar Service" 371 mg/g - Pulver zum Eingeben für Tiere angewendet?
Dosierung für jede Tierart, Art und Dauer der Anwendung
Zum Eingeben über Trinkwasser, Tränke oder Futter.
Das Tierarzneimittel ist zur Verwendung bei einzelnen Tieren oder bei Tiergruppen innerhalb eines Bestandes bestimmt.
Dosierung:
Schwein, Kalb:
40 mg Oxytetracyclin-Hydrochlorid (entsprechend 37,1 mg Oxytetracyclin) / kg KGW / Tag, entsprechend 10 g Tierarzneimittel / 100 kg KGW / Tag.
Huhn, Pute:
80 mg Oxytetracyclin-Hydrochlorid (entsprechend 74,2 mg Oxytetracyclin) / kg KGW / Tag, entsprechend 20 g Tierarzneimittel / 100 kg KGW / Tag.
Bei der ersten Anwendung kann die gesamte Tagesdosis verabreicht werden, in Folge ist die Tagesdosis jeweils auf zwei Fütterungszeiten zu verteilen.
Art der Anwendung:
Das Pulver ist vor jeder Applikation so in das Futter, das Trinkwasser bzw. die Tränke frisch einzumischen, dass eine vollständige Durchmischung bzw. Lösung erreicht wird.
Die maximale Löslichkeit des Tierarzneimittels liegt bei über 400 g/l, unabhängig von Wasserhärte und Temperatur.
Das Einmischverhältnis ist entsprechend der tatsächlichen Futter- bzw. Trinkwasseraufnahme der Tiere anzupassen.
Es ist darauf zu achten, dass das medikierte Trinkwasser bzw. Futter jeweils frisch hergestellt und unmittelbar verbraucht wird. Die gleichmäßige Aufnahme durch alle zu behandelnden Tiere ist sicherzustellen.
Nach Beendigung der Behandlung sind diejenigen Teile der Tränke- bzw. Fütterungseinrichtungen, die mit dem Arzneimittel in Kontakt gekommen sind, so zu reinigen, dass eine Aufnahme subtherapeutischer, resistenzfördernder Restmengen des eingesetzten Antibiotikums vermieden wird.
Um eine korrekte Dosierung zu gewährleisten, sollte das Körpergewicht so genau wie möglich ermittelt werden.
Anwendungsdauer:
Schwein, Kalb: 7 - 10 Tage
Geflügel: 4 - 6 Tage
Die Behandlung sollte bis zwei Tage nach Abklingen der klinischen Symptome fortgesetzt werden. Sollte nach 3 Tagen keine deutliche Besserung eingetreten sein, ist die Diagnose zu überprüfen und gegebenenfalls eine Therapieumstellung erforderlich.
Hinweise für die richtige Anwendung
Sie dürfen das Tierarzneimittel nicht verwenden, wenn Sie Folgendes bemerken: Oxytetracyclin
„Agrar Service“ ist ein blassgelbes kristallines Pulver. Eine Farbänderung oder eine Änderung der
Konsistenz sind sichtbaren Anzeichen dafür, dass das Tierarzneimittel nicht mehr zu verwenden ist.
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Wie ist Oxytetracyclin "Agrar Service" 371 mg/g - Pulver zum Eingeben für Tiere aufzubewahren?
Außerhalb der Sicht und Reichweite von Kindern aufbewahren.
Nicht über 25°C lagern.
In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Licht und Feuchtigkeit zu schützen. Den Beutel fest verschlossen halten.
Sie dürfen das Tierarzneimittel nach dem auf dem Etikett angegebenen Verfalldatum nicht mehr anwenden.
Haltbarkeit nach dem ersten Öffnen/Anbruch der Primärverpackung:3 Monate. Haltbarkeit nach Einmischen in Futter oder Tränke: sofort verbrauchen.
Haltbarkeit nach Auflösen in Trinkwasser gemäß den Anweisungen: sofort verbrauchen.
Weitere Informationen zu Oxytetracyclin "Agrar Service" 371 mg/g - Pulver zum Eingeben für Tiere
Zusammensetzung
| Ein g Pulver enthält: | |
| Wirkstoff: | |
| Oxytetracyclin | 371 mg |
(entsprechend 400 mg Oxytetracyclin-Hydrochlorid)
Sonstige Bestandteile:
Siliziumdioxid, Glukose- Monohydrat
Blassgelbes, kristallines Pulver.
Besondere Warnhinweise
Besondere Warnhinweise:
Die Anwendung im Wachstumsalter erfordert eine strenge Indikationsstellung, da Oxytetracyclin die Kalzifizierung hemmt und mit hoher Wahrscheinlichkeit zu einer Verfärbung der Zähne führt.
Bei Tieren mit deutlich gestörtem Allgemeinbefinden und/oder Inappetenz sollte einem parenteral zu verabreichenden Arzneimittel der Vorzug gegeben werden.
Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die sichere Anwendung bei den Zieltierarten:
Bei Anwendung dieses Tierarzneimittels sind die amtlichen, nationalen und örtlichen Richtlinien für den Einsatz von Antibiotika einzuhalten. Die Anwendung des Tierarzneimittels sollte nur nach Durchführung einer Empfindlichkeitsprüfung der nachgewiesenen Erreger erfolgen.
Die unsachgemäße Anwendung des Tierarzneimittels kann die Prävalenz von Oxytetracyclin-resistenten Bakterien erhöhen und die Wirksamkeit einer Behandlung mit anderen Tetracyclinen wegen potentieller Kreuzresistenzen vermindern.
Für eine ausreichende Wasserversorgung ist während der Behandlung zu sorgen.
Besondere Vorsichtsmaßnahmen für den Anwender:
Nach Einatmen, Einnahme oder Kontakt mit der Haut können Tetracycline zu einer Überempfindlichkeit (Allergie) führen. Personen mit bekannter Überempfindlichkeit gegen Tetracyclin sollten den Kontakt mit dem Tierarzneimittel vermeiden. Gehen Sie bei der Anwendung sorgsam mit dem Tierarzneimittel um.
Das Tierarzneimittel sollte nicht von schwangeren Frauen verabreicht werden.
Während der Handhabung des Tierarzneimittels nicht rauchen, essen oder trinken.
Bei dem Umgang mit dem Tierarzneimittel sollte der Anwender eine Schutzausrüstung bestehend aus Schutzkleidung, Handschuhen, Mundschutz und Schutzbrille tragen.
Bei der Handhabung des Tierarzneimittels ist wegen der Gefahr einer Sensibilisierung der direkte Kontakt mit der Haut und den Augen zu vermeiden. Nach Kontakt mit dem Tierarzneimittel ist die Stelle gründlich mit Wasser zu spülen.
Trächtigkeit und Laktation:
Die Unbedenklichkeit des Tierarzneimittels während der Trächtigkeit und Laktation ist nicht belegt. Nur anwenden nach entsprechender Nutzen-Risiko-Bewertung durch den behandelnden Tierarzt. Eine Anwendung im letzten Drittel der Trächtigkeit wird aufgrund möglicher Zahnverfärbungen und Störungen der Kalzifizierung durch Tetracycline nicht empfohlen.
Legegeflügel:
Die Anwendung bei Legetieren ist möglich.
Wechselwirkung mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen:
Das bakteriostatisch wirkende Oxytetracyclin soll nicht mit bakterizid wirkenden Verbindungen (z. B. Penicillinen, Aminoglykosidantibiotika) kombiniert werden, weil dadurch die antibakterielle Wirksamkeit beeinträchtigt werden kann. Präparate mit polyvalenten Kationen wie Calcium, Magnesium und Eisen dürfen mit Tetracyclinen nicht vermischt und wegen Verminderung der Resorption nicht gleichzeitig angewendet werden (Chelatbildung). Oxytetracyclin verstärkt die Wirkung heparinartiger Antikoagulantien. Bei gleichzeitiger Verabreichung von Muskelrelaxantien und Narkotika wird die neuro-muskuläre Blockade verstärkt (Atemlähmung).
Überdosierung:
Es können Fressunlust und Verdauungsstörungen auftreten. Durch Schädigung der Darmflora können Diarrhoe und/oder Meteorismus auftreten. Bei Vorliegen renaler Ausscheidungsstörungen kann es nach mehrmaliger Anwendung zur fettigen Leberdegeneration kommen. Ein sofortiges Absetzen des Arzneimittels ist erforderlich und therapeutische Maßnahmen, wie Rehydrierung und Elektrolytausgleich sind einzuleiten.
Wesentliche Inkompatibilitäten:
Da keine Kompatibilitätsstudien durchgeführt wurden, darf dieses Tierarzneimittel nicht mit anderen Tierarzneimitteln gemischt werden.
| 7. | Nebenwirkungen | ||
| Rind (Kalb), Schwein, Huhn, Pute | |||
| Häufig | Photodermatitis1 | ||
| (1 bis 10 Tiere / 100 behandelte | |||
| Tiere): | |||
| Unbestimmte Häufigkeit | Gastrointestinale Störung2 | ||
| (Die Häufigkeit kann nach den | Nierenfunktionsstörung3 | ||
| verfügbaren Daten nicht geschätzt | Leberschädigung | ||
| werden): | |||
| Allergische Reaktion, Anaphylaxie4 |
Kann während der Anwendung infolge intensiver Lichteinwirkung (UV-Strahlung) insbesondere bei Tieren mit geringer Hautpigmentierung auftreten.
- Im Verlauf einer Therapie ist, wie bei allen anderen antibiotisch wirksamen Substanzen, durch Verminderung der Zahl der Mikroorganismen im Darmtrakt mit einer Abnahme der Verdauungsfähigkeit für pflanzliche Nahrung zu rechnen. Dabei kann Meteorismus auftreten.
Erhöhte Gefahr bei gestörtem Flüssigkeitshaushalt. Bei länger andauernder Behandlung mit Oxytetracyclin ist mit Störung der Darmflora bzw. mit Superinfektion mit resistenten Keimen (z.B. E. coli oder Sprosspilzen) zu
rechnen.
- Bei entsprechender Prädisposition können allergische und anaphylaktische Reaktionen auftreten. In diesen Fällen ist die Verabreichung des Tierarzneimittels sofort abzubrechen und es sind unverzüglich Gegenmaßnahmen einzuleiten (Glukokortikoide, Antihistaminika, Kreislaufmittel).
Die Meldung von Nebenwirkungen ist wichtig. Sie ermöglicht die kontinuierliche Überwachung der Verträglichkeit eines Tierarzneimittels. Falls Sie Nebenwirkungen, insbesondere solche, die nicht in der Packungsbeilage aufgeführt sind, bei Ihrem Tier feststellen, oder falls Sie vermuten, dass das Tierarzneimittel nicht gewirkt hat, teilen Sie dies bitte zuerst Ihrem Tierarzt mit. Sie können Nebenwirkungen auch an den Zulassungsinhaber unter Verwendung der Kontaktdaten am Ende dieser Packungsbeilage oder über Ihr nationales Meldesystem melden:
Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen Traisengasse 5
A-1200 WIEN ÖSTERREICH
E-Mail: basg-v-phv@basg.gv.at Website: https://www.basg.gv.at
Zulassungsnummern und Packungsgrößen
Z.Nr.: 8-00399
Packungsgrößen:
1 kg, 5 kg, 10 kg im Beutel
5 x 1 kg Beutel im Umkarton
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in Verkehr gebracht.
Datum der letzten Überarbeitung der Packungsbeilage
03/2026
Detaillierte Angaben zu diesem Tierarzneimittel sind in der Produktdatenbank der Europäischen Union verfügbar (https://medicines.health.europa.eu/veterinary).
Weitere Informationen
Das Wirkungsspektrum von Oxytetracyclin umfasst grampositive und –negative, aerobe und anaerobe Keime, Chlamydien, Mycoplasmen, Leptospiren und Rickettsien. Bei vielen Erregern, wie Staphylokokken, Streptokokken, Pasteurellen, Klebsiellen, Haemophilus, Corynebakterien, Clostridien, Bordetellen, Aeromonaden und Yersinien bestehen erhebliche Resistenzen, die häufig stammspezifisch sind.
Keime wie Salmonellen, E. coli, Enterobakter und Klebsiellen werden nur zu einem geringen Anteil, Pseudomonas aeruginosa und Proteus-Arten werden nicht erfasst. Es besteht meist komplette Kreuzresistenz zwischen allen Tetracyclinen.
Eine Resistenz kann sich unter Therapie infolge Übertragung von Resistenzgenen durch Plasmide rasch entwickeln. Regionale Unterschiede bei den Resistenzmustern sind vorhanden.
Rezept- und apothekenpflichtig.
Redaktionelle Grundsätze
Alle für den Inhalt herangezogenen Informationen stammen von geprüften Quellen (anerkannte Institutionen, Fachleute, Studien renommierter Universitäten). Dabei legen wir großen Wert auf die Qualifikation der Autoren und den wissenschaftlichen Hintergrund der Informationen. Somit stellen wir sicher, dass unsere Recherchen auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basieren.


